Frankreich: Strafen für Schulschwänzer

27. September 2002, 15:45
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Mit Geldstrafen bis zu 2.000 Euro sollen die Kinder zum Lernen gezwungen werden...

Paris - Schule schwänzen wird in Frankreich künftig möglicherweise teuer zu stehen kommen: Die rechts-bürgerliche Regierung überlegt Medienberichten vom Freitag zufolge, bei Fernbleiben von der Schule die Eltern mit Geldstrafen bis zu 2.000 Euro zu belegen. Dadurch sollen die Kinder zum Lernen gezwungen werden. Erfolge sollen damit vor allem bei der jugendlichen Kleinkriminalität erreicht werden. Insgesamt sollen - wie berichtet - die Befugnisse der Polizei drastisch ausgeweitet werden.

Ausländergesetz solle verschärft werden

Der Einfluss der Richter solle im Gegenzug reduziert werden, berichteten die Zeitungen "Le Monde" und "Liberation". Auch sollen demnach Ermittler Zugriff auf den genetischen Fingerabdruck aller Verdächtigen bekommen. Zudem werde erwogen, Prostitution und Bettelei unter Strafe zu stellen. Das Ausländergesetz solle verschärft und das Abhören von Telefonaten durch Ermittler erleichtert werden.

Der Haushaltsentwurf für 2003, den Premierminister Jean-Pierre Raffarin am Dienstag vorgelegt hatte, räumt der Kriminalitätsbekämpfung Priorität ein. So wurden die Ausgaben für Justiz und Polizei deutlich erhöht werden. Präsident Jacques Chirac hatte in seinem Wahlkampf mehr Innere Sicherheit versprochen. (APA)

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    In Frankreich erkennt will man im Schulschwänzen einen Grund für Kriminalität erkennen (Szene aus "Clockwork Orange")

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