Spermizid reduziert Aids-Risiko nicht

29. September 2002, 12:01
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Wirksamkeit von Nonoxynol-9 in neuer Untersuchung widerlegt

London - Statt wie angenommen das Risiko einer Aids-Infektion zu reduzieren, erhöht ein bestimmtes Spermizid einer Studie zufolge sogar die Ansteckungsgefahr. Selten eingesetzt, sei Nonoxynol-9 als Infektions-Schutz wirkungslos, heißt es in einer Untersuchung, die die Fachzeitschrift "The Lancet" am Samstag veröffentlicht.

Häufige Anwendung des Gels verletze die Vagina

Eine häufige Anwendung des Gels verletze aber die Vagina, wodurch sich die Ansteckungsgefahr erhöhe. Nonoxynol-9 könne deshalb nicht mehr zur Aids-Vorsorge eingesetzt werden, folgerten die Forscher unter der Leitung von Lut van Damme vom Institut für Tropenmedizin im belgischen Antwerpen.

Für die Studie waren 765 Prostituierte in Benin, Elfenbeinküste, Südafrika und Thailand untersucht worden. Eine Hälfte der Frauen hatte Nonoxynol-9 erhalten, die andere ein Placebo. In beiden Gruppen erwies sich das Aids-Risiko als gleich hoch, wenn die Gels nicht allzu häufig eingesetzt wurden. Frauen, die Nonoxynol-9 aber mehr als drei Mal am Tag einsetzten, hatte nahezu ein doppelt so hohes Aids-Risiko wie ihre Kolleginnen, die das Placebo-Gel benutzten. Frühere Tests an Affen hatten ergeben, dass Nonoxynol-9 die Gefahr einer Infektion mit dem HI-Virus eindämmt. Auch hatten Studien an Frauen dem Spermizid eine positive Wirkung gegen Geschlechtskrankheiten zugeschrieben. (APA/AFP)

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