Spritpreise um über drei Cent gestiegen

27. September 2002, 14:12
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OMV begründete Anhebung mit deutlich gestiegenen Produktenpreisen am Spritmarkt in Rotterdam

Wien - Die österreichischen Spritpreise sind in den vergangenen 31 Tagen kräftig gestiegen. Wie aus einer regelmäßigen Erhebung des ÖAMTC hervorgeht, sind die Preise für Eurosuper und Diesel im Durchschnitt um mehr als 3 Cent gestiegen. Ein Liter Eurosuper kostete demnach gestern, Donnerstag, im Bundesdurchschnitt 0,907 Euro, ein Liter Diesel 0,748 Euro.

Die OMV begründete die Anhebung zuletzt mit deutlich gestiegenen Produktenpreisen am Spritmarkt in Rotterdam. Seit der letzten offiziellen Preisänderung Anfang Juni hätten sich die Kosten um fast ein Viertel erhöht. Den Grund für diesen Preissprung sieht man bei der OMV im drohenden Militärschlag der USA gegen den Irak. Prognosen will man keine abgeben. Der jüngste Ölpreissprung habe sich nicht bei den Produktenpreisen niedergeschlagen. Die Märkte seien aber nach wie vor stark schwanken, heißt es aus der OMV.

ÖAMTC empfliehlt Preisvergleich

Der ÖAMTC empfiehlt daher allen Autofahrern Preise derzeit genau zu vergleichen. "Wer billig tankt, kann mittlerweile bei Eurosuper bis zu 16,8 Euro, bei Diesel bis 12,6 Euro pro Tankfüllung (60 Liter, Anm.) sparen", betonte ÖAMTC-Spritpreisexpertin Elisabeth Brugger-Brandau im Gespräch mit der APA. Wer besonders billig Tanken will, muss aber auch besonders flexibel sein. Waren die billigsten Tankstellen vor wenigen Monaten noch vor allem im Süden Wiens angesiedelt, liegen die neuen Tiefpreiszonen seit kurzem in Oberösterreich, in Kärnten und vor allem in der Steiermark.

Sowohl bei Eurosuper als auch bei Diesel lagen die billigsten Tankstellen am Donnerstag in der Steiermark. Den billigsten Eurosuper tankt man derzeit in Hartberg zu 0,719 Euro je Liter, den billigsten Diesel zu 0,619 Euro in Liezen. Der Grund: Vor kurzem haben sich Diskonttankstellen in der grünen Mark angesiedelt. Diese haben das Preisniveau in der Region generell gesenkt. Mittlerweile pendeln sogar Wiener in das nicht einmal angrenzende Bundesland, um den Preisvorteil zu nutzen.

Hochpreise im Westen

Wenig davon haben hingegen die Westösterreicher. Sie zahlen nach wie vor die höchsten Preise für ihren Sprit. Den billigsten Eurosuper tankt man im Ländle für 0,929 Euro, den billigsten Diesel für 0,784 Euro.

An dieser Hochpreissituation im Westen wird sich nach Einschätzung des ÖAMTC so schnell auch nichts ändern. Seit die Ökosteuer in Deutschland zu Jahresbeginn erneut angehoben wurde, kostet Sprit bei unserem größten Nachbarn erstmals mehr als in Österreich. Die Folge: ausgiebiger Tanktourismus in Vorarlberg, Tirol und Salzburg. "Trotz der hohen Preise floriert im Westen das Geschäft", so Brugger-Brandau. (APA)

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