FPÖ will bei Ergebnis unter 12 Prozent in die Opposition gehen

27. September 2002, 13:25
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Reichhold: Entscheidung über Kandidatur Haiders für Nationalrat am Wochenende

Wien - "Unter 12 Prozent gehen wir in Opposition." Darauf hat sich am Freitag der neue FPÖ-Parteiobmann Mathias Reichhold festgelegt. Unter dieser Marke sei es "nicht möglich, den derzeitigen Reformschwung weiter einzuhalten". Am Mittwoch will die FPÖ in einer Klausur das Wahlprogramm diskutieren und beschließen. "Dann wird's die alte FPÖ wieder geben", meint der neue Parteiobmann.

Bisher sei die Partei in allen Umfragen bei 11 bis 12 Prozent gelegen, nach den Signalen vom Parteitag hätten sich die Umfragen aber verbessert. "Wenn wir jetzt schon bei 14 Prozent liegen, soll mich das freuen", meint Reichhold.

Auf ein Wahlziel wollte sich der FP-Obmann am Freitag nicht festlegen. Er sei aber sehr optimistisch, dass der Partei eine gute Vorwärtsstrategie gelingen könne. In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Format" hatte Reichhold sein Wahlziel mit mindestens 15 Prozent angegeben. Aussagen seiner Obmann-Stellvertreterin Magda Bleckmann zu einer möglichen Kandidatur Jörg Haiders für den Nationalrat wollte Reichhold am Freitag nicht kommentieren. Darüber wolle man am Wochenende bei einem Treffen in Kärnten entscheiden.

Bleckmann hatte heute erklärt, "normalerweise wäre das überhaupt keine Geschichte. Der Landeshauptmann steht als letzter auf der Liste oben. Aber für mich ist wichtig, dass die beiden (Reichhold und Haider, Anm.) sich das miteinander ausmachen, wie der richtige Weg ist, wie die Sprachregelung ist". Reichhold hatte zu Beginn der Woche eine Kandidatur Haiders strikt abgelehnt. Er fürchte, dass die Kandidatur als Signal missverstanden würde, wonach Haider in die Bundespolitik zurückkehren wolle - und Reichhold stellte damals klar: "In der FPÖ kann es nur einen Chef geben und der bin ich." (APA)

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