Job-Auftritte: Zum Umgang mit der Angst

27. September 2002, 13:29
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Lampenfieber hat in der richtigen Dosierung eine wichtige Funktion bei Vorträgen, Konferenzen oder Verhandlungen

Entspannt und gelassen gehen die wenigsten in ein Vorstellungsgespräch oder zu einem Einstellungstest. Auch die Präsentation der eigenen Arbeit vor Kollegen oder ein Vortrag vor einem ausgewählten Publikum ist nur für sehr wenige Menschen so alltäglich, dass es sie nicht mehr unter Spannung setzt.

Diese negativen Gefühle sind einerseits normal und nicht völlig übertrieben, dürfen jedoch den Auftritt weder verhindern noch lähmen. Selbst Topmanager, die auf jahrelange Erfahrung in solchen Situationen zurückblicken, fühlen sich dabei nicht wohl. Sie zeigen es nur nicht oder haben gelernt, die Angst zu kontrollieren.

Körperliche Reaktionen

Der Körper reagiert auf den Ausnahmezustand, beschert uns im Vorfeld schlaflose Nächte und ein mulmiges Gefühl, das sich in der unliebsamen Situation selbst zu einem roten Kopf, nervösen Flecken, Gähnen und vieles mehr steigern kann. Selbst wenn es dem Betreffenden äußerlich nicht anzusehen ist, wie nervös er ist, ein höherer Puls und ein gestiegener Adrenalin-Spiegel ist jedem sicher.

Fühlen wir uns einerseits extrem unwohl, wenn uns die Angst, in einer Ausnahmesituation zu versagen, packt, hat es auch seine guten Seiten. Prüfungsangst beispielsweise mobilisiert die Energien, beflügelt und bringt die grauen Zellen auf Trab. Genau das, was wir brauchen, um unser Bestes zu geben! Wer zu locker ins Vorstellungsgespräch spaziert oder ohne jede Aufregung in die Prüfung, dem fehlt eben jene Brillanz und Geistesgegenwart, die ein gesunder Adrenalinstoß freisetzt und die überzeugender wirkt.

Keine Panik

Bedrohlich wird es erst, wenn Angst in Panik umschlägt und die Arbeit blockiert. Der Körper schaltet auf Flucht. Dann ist jede Bewerbungsstrategie und jedes Konzept vergessen. Wer den Energiepegel nicht auf mittlerem Niveau halten kann, wird versagen.

Tipps

  • Vorbereitung

Vor allem für einen Einstellungstest oder eine Prüfung muss gelernt werden. Richtig lernen heißt, nonstop die Nächte vor dem großen Tag durchzubüffeln, zu vermeiden. Längerfristiges Durchgehen des Prüfungsstoffes mit Pausen, um den Kopf wieder frei zu bekommen, ist da effizienter.

  • Üben

  • Wer ein Vorstellungsgesprächoder eine Präsentation mit dem Partner oder einem Freund durchspielt, wird sich gut vorbereitet fühlen. Die Situation so realistisch wie möglich zu simulieren, nimmt die Angst vor der bevorstehenen unbekannten Aufgabe.

  • Die Vorwärts-Taktik
    Wichtig ist, unangenehme Situation einfach zu akzeptieren und anzupacken. Ein Hinauszögern des Unangenehmen vermindert keinesfalls die Angst. Bei einer Präsentation sollten Sie nicht so lange warten, bis die Furcht Sie aufgefressen hat, sondern das eigene Referat gleich als erste oder als erster vortragen.

  • Tief durchatmen

  • Wenn die Kehle wie zugeschnürt ist, die Stimme piepsig klingt und der Magen revoltiert, hilft nur mehr tief durchzuatmen. Damit es nicht zum Blackout kommt, muss der oder die Nervöse ein paar Mal tief in den Bauch einatmen und langsam ausatmen. Das reguliert den Puls, der Kopf kann wieder klare Gedanken fassen. Auch Bewegung vor dem großen Moment baut durch die Bewegung der Muskeln Stresshormone ab.

  • Entspannungsübungen

  • Entspannungsübungen wie autogenes Training helfen, sich in heiklen Situationen wieder in den Griff zu bekommen.

  • Positiv denken

  • Selbstvorwürfe vorher, sind fehl am Platz. Wer sich motiviert, indem er seine faire Chance auf Erfolg anerkennt und nutzen möchte, dem wird auch das benötigte Glück hold sein. (red)
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      foto: fotodisc
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