US-Forscher kritisieren strenge Stammzellen-Gesetze

27. September 2002, 18:39
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Fortschritte bei der Bekämpfung von Nervenkrankheiten und Diabetes würden verlangsamt

Washington - Stammzellen behindern laut Kathpress nach Meinung amerikanischer Wissenschafter Fortschritte bei der Bekämpfung von Nervenkrankheiten und Diabetes. Derzeit seien dadurch nur einige Stammzell-Linien für die Forschung verfügbar, sagte George Daley vom Massachusetts Institute of Technology vor einem Senatsausschuss in Washington. Es sei mit extremen Kosten und Zeitaufwand verbunden, an diese wenigen Linien zu gelangen.

Schwierigkeiten gebe es nicht nur mit den Besitzern, sondern auch mit den strengen Auflagen der Exportländer, so Daley als Vertreter der US-Forschung. Der Direktor des Nationalen Instituts für Gesundheit, Elias Zerhouni, betonte, es sei noch viel Engagement notwendig, bis die Forschung an embryonalen Stammzellen etwa zur Therapierung der Parkinsonschen Krankheit, von Herzkrankheiten oder Diabetes beitragen könne.

Im vergangenen Jahr hatte US-Präsident George W. Bush die staatliche Förderung dieser Forschungsrichtung auf 78 weltweit bereits bestehende Stammzell-Linien beschränkt. Damit sollte verhindert werden, dass weitere Embryonen zum Zweck der Produktion von Stammzellen vernichtet werden.

Entgegen der Politik Bushs hat der US-Bundesstaat Kalifornien zu Wochenbeginn die Forschung an embryonalen Stammzellen ausdrücklich erlaubt. Die katholische Kirche und Abtreibungsgegner hatten dies scharf kritisiert. (APA)

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