Seltenes Lob von Haupt für Krankenkassen

27. September 2002, 11:55
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Sozialminister würdigt Kreditmanagement der Kassen und kritisiert Privatversicherer

Wien - Überraschendes Lob für die Krankenkassen kommt von Sozialminister Herbert Haupt (V). In einem Interview für das "WirtschaftsBlatt" (Freitags-Ausgabe) lobt er das Kreditmanagement der Kassen, ausdrücklich auch das der Wiener Gebietskrankenkasse (GKK). "Die Anlagen, die wir von unseren Versicherungsträgern verlangt haben, sind konkurrenzlos im Spitzenfeld." Kritik übt er hingegen an den Privatversicherungen, die Nachbesserungen beim neuen Privatpensionsmodell fordern.

Die Sozialversicherungen hätten gezeigt, dass sich Geld auch in turbulenten Börsezeiten gut anlegen ließe, so der Minister. Dort, wo Liquiditätsprobleme bestünden, wie bei der Wiener GKK, sei es besser, kostengünstige Zwischenkredite aufzunehmen, wenn das Geld längerfristig wesentlich höhere Erträge brächte als die Kreditzinsen. "So, wie das hier passiert ist, stelle ich mir ein modernes Finanzmanagement der SV-Träger vor."

Kritik übte er an den Forderungen der Privatversicherungen nach Nachbesserungen beim neuen Privatpensionsmodell. Die Versicherer sehen Probleme mit der geforderten Kapitalgarantie und der gleichzeitigen Vorgabe, 60 Prozent in Aktien anzulegen. Der Sozialminister verteidigt das Gesetz und erwartet, dass durch den europäischen Wettbewerb auch entsprechende Produkte angeboten werden: "Die österreichische Versicherungswirtschaft wird lernen müssen, dass die Zeiten des geschützten Binnenmarktes vorbei sind."

Keine Probleme erwartet Haupt bei den Einzahlungen der Kassen in den Ausgleichstopf, die Anfang Oktober fällig sind: "Jene, die auf der Bremse gestanden sind, haben erkannt, dass sie in der jetzigen rechtlichen Situation keine andere Chance haben. Als Demokrat ist es für mich nicht anders vorstellbar, als dass das Gesetz auch umgesetzt wird." Sollten einzelne Kassen dennoch nicht zahlen, will Haupt sofort Verzugszinsen verrechnen: "Ich werde hier die gleichen Maßstäbe setzen, wie sie SV-Träger bei ihren Zahlern anlegen." (APA)

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    Der Sozialminister findet lobende Worte für die Kassen

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