"Power-Napping" verbessert Arbeitsleistung

27. September 2002, 11:56
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Der 20-minütige Büroschlaft wird nun dänischen Beamten gegönnt - und auch bezahlt

Hilleroed/Dänemark - Das wenig freundliche Vorurteil, dass Beamte ihr Geld schlafend verdienen, wird jetzt von dänischen Behörden offiziell abgesegnet. Als erste Gemeinde bietet die Kleinstadt Hilleroed nordwestlich von Kopenhagen ihren Bediensteten an, während der Arbeitszeit Mittagsschlaf zu halten. Das kurze Nickerchen nach dem Essen steigere die Effektivität am Nachmittag in solchem Maße, dass sich die bezahlte Schlummerei nicht nur für den Arbeitnehmer, sondern auch für Arbeitgeber und damit die Bürger positiv auswirke, begründete Bürgermeister Nick Haekkerup seine Initiative.

Der 34-jährige Sozialdemokrat kennt die Müdigkeit nach dem Essen aus eigener Erfahrung. Schon als ganz junger Wissenschafter an der Universität habe er mittags erst mal ein Stündchen auf dem Bürosofa schlafen müssen, eher er sich wieder an den Schreibtisch setzen und konzentriert seiner Forschungsarbeit nachgehen konnte. "Dass die Führungsspitze das Projekt so offensiv unterstützt, hat die Mitarbeiter sehr darin bestärkt, sich auch dann für 20 Minuten zurückzuziehen, wenn es gerade sehr hektisch war", berichtet der Kopenhagener Schlafforscher Soeren Berg. Ihn hatte Haekkerup damit beauftragt, den Schlaf der Angestellten wissenschaftlich anzuleiten und auszuwerten.

Geringerer Leistungsabfall

Die Teilnehmer an der ersten Testphase mussten nach der Schlafpause täglich ihre Motivation, Effektivität und Kundenfreundlichkeit selbst bewerten. Es zeigte sich, dass sie an Tagen mit 20 Minuten Nickerchen zum Mittag den üblichen Leistungsabfall am Nachmittag besser kompensieren konnten und sich weniger gestresst fühlten. Nach der Arbeit gingen die meisten dann laut Schlafforscher Berg auch noch besser gelaunt nach Hause.

"Power-Napping", wie der zeitlich begrenzte Kurzschlaf wissenschaftlich genannt wird, ist in Ländern wie Japan und den Vereinigten Staaten bereits weit verbreitet. Die Schlaf- oder Entspannungszeit ist dabei auf zwanzig Minuten begrenzt, damit die Pausierer nicht in Tiefschlaf übergehen und das Aufwachen allzu schwer fällt. (APA/dpa)

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