Schweiz: Fristenregelung seit 1. Oktober in Kraft

4. Oktober 2002, 20:53
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Nach Volksabstimmung ist strafloser Schwangerschaftsabbruch nun in den ersten 12 Wochen möglich

Bern - Der Schwangerschaftsabbruch ist in der Schweiz fortan straflos, wenn die Frau in den ersten zwölf Wochen seit Beginn der letzten Periode den Abbruch schriftlich verlangt und eine Notlage geltend macht. Die so genannte Fristenregelung trat in der Schweiz mit 1. Oktober in Kraft. Zudem muss der Arzt oder die Ärztin mit der Schwangeren ein eingehendes Gespräch führen und sie beraten. So wird die Frau zum Beispiel auf Stellen hingewiesen, die moralische oder materielle Hilfe anbieten. Ferner wird sie auch über die Möglichkeit informiert, das Kind zur Adoption freizugeben.

Fristenregelung nach Volksabstimmung

Die Fristenregelung war von der Schweizer Bevölkerung am 2. Juni mehrheitlich gut geheißen worden. Nur die Kantone Appenzell Innerrhoden und das Wallis lehnten sie ab. Auch im Wallis werden Abtreibungen künftig möglich sein, auch wenn die Frage wo noch nicht ganz geklärt ist. In der Ostschweiz ist eine einheitliche Regelung vorgesehen. Die Ostschweizer Kantone wollen sich für eine einheitliche Umsetzung aber Zeit bis zum 1. Jänner 2003 lassen.

Auch der Kanton Nidwalden hat diesen Termin ins Auge gefasst, da der Zeitplan der Bundes nicht eingehalten werden konnte. An der Gültigkeit der neuen Bestimmungen im Strafgesetzbuch ändert das nichts. Nidwalden hatte sich bisher, zusammen mit Appenzell Innerrhoden, strikt an das faktische Abtreibungsverbot gehalten. (APA)

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