Jelinek steht vor Premieren-Serie

27. September 2002, 12:30
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Fünf Uraufführungen in den kommenden Monaten - zwei Stücke behandeln die Katastrophe von Kaprun

München/Wien - Keine anderer Theaterautorin, kein anderer Dramatiker dürfte in dieser Saison häufiger zu Uraufführungsehren kommen als Elfriede Jelinek. Nicht weniger als fünf Theaterabende bringen in den kommenden Wochen und Monaten Texte von ihr erstmals auf die Bühne.

Vor den zahlreichen Uraufführungen empfindet Jelinek "eher Angst. Man bekommt das Gefühl, jetzt wird nur noch Jelinek gespielt. Dabei sind die einzelnen Stücke ja nicht alle zugleich geschrieben worden. Dass die jetzt alle nacheinander aufgeführt werden, ist reiner Zufall."

Sache des Timings

Zwei der Stücke, deren Uraufführung bevorsteht, befassen sich mit Kaprun und der Gletscherbahnkatastrophe, nämlich "In den Alpen" und "Das Werk". Für Jelineks Geschmack kommen diese Werke zu spät auf die Bühne: "Der Jammer ist der, dass die Theater nicht so schnell sind. Ich finde, die Theater müssten für so etwas immer einen Termin freischaufeln - und wenn die Leute das dann bloß von Textbüchern ablesen. Aber weil ich gewusst habe, dass das nicht so schnell auf die Bühne kommen wird, habe ich auch im Text etwas von der Aktualität herausgenommen und ihn auf eine allgemeinere Ebene gestellt."

Die Autorin des Romans "Die Klavierspielerin", welcher in der Verfilmung von Michael Hanecke große Erfolge feierte, ist an weiteren Kino-Projekten sehr interessiert. In diesem Zusammenhang übt Jelinek Kritik an den Fernsehanstalten: "Es ist ein Jammer, dass diese nur noch kompatible Kost für junge Leute suchen. Insofern ist es wunderbar, dass es die subventionierten Theater noch gibt." (APA)

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