Milosevic kann nicht an Präsidentenwahlen teilnehmen

27. September 2002, 10:36
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Serbische Bürger dürfen im Ausland nicht wählen - Unterstützung für Ultranationalisten Seselj

Belgrad - Der frühere jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic wird bei der serbischen Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag nicht seine Stimme abgeben können. Laut serbischem Wahlgesetz können nämlich die wahlberechtigten Bürger, die sich zum Zeitpunkt des Urnenganges im Ausland aufhalten, keinen Gebrauch von ihrem Wahlrecht machen.

In jugoslawischen diplomatischen Vertretungen wird sich am Urnengang nur das aus Serbien stammende Personal beteiligen dürfen, nicht jedoch andere Bürger des Landes. Vom UNO-Kriegsverbrechertribunal verlautete allerdings, dass für das Tribunal die Abhaltung des Urnenganges unter den serbischen Gefangenen im Tribunalsgefängnis kein Problem wäre. Allerdings müsste dies mit der jugoslawischen Botschaft abgesprochen werden.

Milosevic hatte vor einigen Wochen dem Präsidentschaftskandidaten der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei, Vojislav Seselj, seine volle Unterstützung bekundet. Für Seselj hat sich auch die neokommunistische Jugoslawische Linke (JUL) von Milosevics Ehefrau Mira Markovic ausgesprochen.

Die Sozialistische Partei, deren Anführer Milosevic weiterhin ist, hat hingegen für die Wahl ihren eigenen Präsidentschaftskandidaten, den Filmstar Velimir Bata Zivojinovic aufgestellt. Die Parteiführung in Belgrad drohte sogar an, jene Funktionäre, die den Wahlkampf Seseljs unterstützt haben, aus den Reihen der Sozialisten auszuschließen. Dies soll allerdings nicht für Milosevic gelten.

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