Steven Spielberg, dezent polit-kritisch

27. September 2002, 10:43
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"Minority Report" auch als Warnung vor einem dräuenden Überwachungsstaat zu verstehen

Berlin - Mit seinem neuen düsteren Science-Fiction-Thriller "Minority Report" wollte Steven Spielberg auch ein Zeichen gegen einen möglichen Überwachungsstaat setzen. "Ich habe den Film aus einer Angst heraus gemacht, dass die Zukunfts-Technologien uns unserer persönlichen Freiheiten berauben", sagte Spielberg vor der Deutschland-Premiere von "Minority Report" am Donnerstag in Berlin. Er hoffe aber und sei sich ziemlich sicher, dass es so weit nicht kommen werde.

Die Handlung

"Minority Report" ist im komplett überwachten Washington D.C. des Jahres 2054 angesiedelt. Tom Cruise spielt den Chef der "Pre-Crime"-Behörde, die Teile der Zukunft vorhersehen kann. Künftige Mörder werden vor ihrer Tat verhaftet und für immer weggeschlossen, obwohl sie das eigentliche Verbrechen nicht begangen haben.

Oscar-Preisträger Spielberg sagte, die dunklen Visionen des Films stammten noch aus der Zeit vor dem 11. September. Die politische Situation in den USA nach diesen Attentaten habe dann tatsächlich zur Einschränkung der Bürgerrechte geführt, räumte er ein. Er hoffe jedoch, dass sich das wieder ändern werde. "Wenn die Krise vorbei ist, werden wir wohl auch unsere Privatsphäre zurückbekommen." Dann könne sich sogar eine positive Gegenreaktion einstellen.

"Wir haben mehr als 250 Jahre für die Rechte gekämpft, die wir jetzt haben"

Ein Staat dürfe seine Bürger nicht überwachen, so Spielberg. "Natürlich wäre ich glücklich, wenn es eine Behörde wie Pre-Crime nie geben wird. Wir haben mehr als 250 Jahre für die Rechte gekämpft, die wir jetzt haben. Und diese Rechte abzugeben, nur weil ein paar Wundergeschöpfe in die Zukunft sehen und dort Verbrechen feststellen, wäre sehr hart für mich."

Hauptdarsteller Cruise sagte, in Bezug auf die Gefahr eines Krieges um den Irak könne er die Lage nicht genau einschätzen. "Ich habe als Bürger nicht genug Informationen darüber." Er wolle nur alle, auch die Regierung, bitten, ruhig zu bleiben, Informationen zu sammeln und erst dann weit reichende Entscheidungen zu treffen. Spielberg stimmte ihm zu, betonte allerdings: "Ich glaube, dass die Regierung alles tut, uns vor biologischen, chemischen und Atomwaffen zu schützen." (APA/dpa)

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