Banken verlängern MobilCom-Kredit bis Oktober

27. September 2002, 11:32
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1.850 von 4.200 Stellen gestrichen - UMTS-Ausbau auf Eis gelegt

Eine Insolvenz der MobilCom AG, Büdelsdorf, ist nach einem Zeitungsbericht zum zweiten Mal nur knapp abgewendet worden. Die wichtigsten Gläubigerbanken haben die Fälligkeit von Krediten im Volumen von 4,7 Milliarden Euro bis Ende Oktober verlängert, wie die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf den Aufsichtsrat berichtet. Bis Oktober müsse MobilCom auch keine Zinsen zahlen. Ursprünglich seien die Darlehen Montag fällig gewesen. Mobilcom hätte sie nach Informationen der Zeitung nicht tilgen können.

Rauswurf

Unterdessen fallen beim Telefonkonzern 1.850 der derzeit 4.200 Vollzeitstellen weg. Der Abbau sei Teil des Sanierungskonzepts, mit dem das Unternehmen seine wirtschaftliche Lage verbessern wolle, teilte das Büdelsdorfer Unternehmen am Freitag mit. So sollen durch Umbau und Neuordnung des Kerngeschäfts Mobilfunk jährlich 130 Millionen Euro eingespart werden.

Kein UMTS

MobilCom legt demnach außerdem den UMTS-Netzaufbau auf Eis, will aber an der für 8,4 Milliarden Euro erworbenen Lizenz festhalten. Der Vorstand des Unternehmens will die Eckpfeiler den Sanierungskonzeptes am Freitag dem Betriebsrat des Unternehmens vorlegen.

Angestellt

Bei MobilCom arbeiten nach Angaben des Unternehmens einschließlich Teilzeit- und Aushilfskräften etwa 5.000 Menschen. Dies entspreche 4.200 Vollzeitstellen, hieß es weiter. Zunächst hatte Firmenchef Thorsten Grenz nur von einigen hundert Stellenstreichungen gesprochen. (APA)

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