Medizin-Institute fechten Patente zu Brustkrebs-Gen an

26. September 2002, 20:20
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Paris - Drei französische Medizin-Institute wollen gegen ein US-Unternehmen vorgehen, das Patente zu dem Gen anmelden will, das für Brust- und Eierstockkrebs verantwortlich gemacht wird. Durch die Patente würde die Firma Myriad Genetics ein Monopol über alle Diagnose- und Therapieformen erlangen, die sich aus dem Wissen über das Gen BRCA1 ergeben, teilten die drei Institute am Donnerstag in Paris mit.

Deswegen wollen die Institute Curie und Gustave Roussy sowie die Pariser Krankenhausverwaltung beim Europäischen Patentamt dagegen vorgehen. Der Einspruch wird von führenden Forschungseinrichtungen in Westeuropa sowie von den Gesundheitsministerien in den Niederlanden und Österreich unterstützt.

Sollte Myriad Genetics die Patente zugesprochen bekommen, hätte der Konzern als einziger das Recht, Frauen auf BRCA1 zu testen. Alle Proben müssten zu dem Unternehmen nach Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah geschickt werden. Dadurch könnte sich Myriad Genetics die weltweit größte Datenbank dieser Art aufbauen, sagte Thomas Tursz vom Institut Gustave Roussy. Laut europäischem Recht dürfen zwar keine Patente auf die Entdeckung von Genen angemeldet werden. Jedoch können sich Firmen alle auf der Entdeckung basierenden Anwendungen patentieren lassen.(APA)

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