"Reporter ohne Grenzen" verlangen Aufklärung von Israel

26. September 2002, 19:51
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Augenzeugen: Palästinensischer Radioreporter von israelischem Scharfschützen erschossen

Paris/Berlin - Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" hat den israelischen Verteidigungsminister Benjamin Ben Eliezer in einem Brief aufgefordert, den Tod des palästinensischen Journalisten Issam Hamza Tillawi aufzuklären. Die Ergebnisse der Ermittlungen müssten öffentlich gemacht und der Täter bestraft werden, schreibt der Generalsekretär von "Reporter ohne Grenzen", Robert Menard.

Der Radiomoderator des Senders "Voice of Palestine" sei in der Nacht vom 21. auf den 22. September in Ramallah in den Hinterkopf getroffen worden, als er über eine Demonstration berichtete, so "Reporter ohne Grenzen" am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Kurz danach sei Tillawi im Krankenhaus gestorben. Augenzeugen hätten berichtet, dass ein israelischer Scharfschütze die tödlichen Schüsse abgegeben habe.

Menard wies auf die Genfer Konvention hin, die das Militär dazu verpflichte, Zivilisten - und damit auch Journalisten - zu schützen: "Bei der israelischen Armee scheint ein Gefühl zu herrschen, dass Angriffe auf Journalisten ungestraft bleiben," kritisiert Menard in seinem Schreiben an den israelischen Verteidigungsminister.(APA)

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