Zapfen wie ein Moskito

29. September 2002, 10:00
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Japanische Forscher entwickelten winzige Nadel zur Blutabnahme

Tokio - Japanische Forscher haben nach dem Vorbild von Moskitos eine winzig kleine Nadel entwickelt, mit der das Blutabnehmen künftig wesentlich schmerzfreier vonstatten gehen soll. Die Mikro-Nadel sei Bestandteil einer tragbaren medizinischen Ausrüstung, sagte Eiji Nakamachi vom Institut für Technologie in Osaka am Donnerstag. Diese solle es Patienten ermöglichen, ihr Blut selbstständig abzuzapfen, zu testen und das Resultat per Internet an die Mediziner zu schicken.

Der äußere Durchmesser der Titan-Nadel beträgt Nakamachi zufolge gerade mal 60 Mikrometer. Das Saug-Organ bei Moskitos ist mit 30 bis 40 Mikronen nur unwesentlich kleiner. Ebenso wie die lästigen Insekten eine Art Schmerzblocker während des Saugens injizieren, könnten künftig auch über die Nadel Schmerzmittel in den menschlichen Körper gepumpt werden, sagte Nakamachi weiter.

Vor der Marktreife seines Produktes muss Nakamachi nach eigener Aussage aber noch etliche Tücken der Natur überwinden. "Wir haben uns Videos von blutsaugenden Moskitos angeschaut und festgestellt, dass sie auf der Suche nach einem Blutgefäß normalerweise mehrere Male stechen." Sein Team wolle daher noch ein Sensor-System entwickeln, mit dessen Hilfe Blutgefäße leichter angezapft werden können. (APA)

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