Seehundsterben beginnt abzuflauen

26. September 2002, 19:24
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Staupeepidemie an ihrem Ausgangspunkt zwischen Dänemark und Schweden für beendet erklärt - anderes Bild an der deutschen Küste

Tjärnö - Während die Zahl der toten angeschwemmten Seehunde insgesamt noch steigt, haben schwedische Experten das Massensterben an seinem Ausgangspunkt zwischen Dänemark und Schweden für beendet erklärt. Wie die in Schweden zuständige Meeresforschungsstation Tjärnö nördlich von Göteborg am Donnerstag mitteilte, werden im Kattegat und Skagerrak zwischen Nord- und Ostsee keine am Staupepvirus verendeten Tiere mehr angeschwemmt.

Die zweite schwere Epidemie im westeuropäischen Seehundbestand war im Frühjahr vor den dänischen Inseln im Kattegat ausgebrochen. Ihr Schwerpunkt hat sich jetzt in die Nord- und Ostsee selbst verlagert.

Anderes Bild in Deutschland

Nach dem jüngsten Statusbericht des Internationalen Wattenmeersekretariats wurden in den gesamten betroffenen Meeresgebieten bis zum vergangenen Dienstag 15.700 tote Seehunde registriert. 1.000 mehr als am vergangenen Freitag. Für die deutschen Küsten und das Wattenmeer lag die Zahl bei fast 4.900 Tieren - Tendenz steigend.

Den schwedischen Angaben zufolge sind an den Ufern des dänischen und schwedischen Kattegat und Skagerrak zusammen seit Juni 7.000 Kadaver gefunden worden. Zusammen mit den ins Meer getriebenen Opfern der Epidemie müsse man dort mit einer Schrumpfung des Bestandes um 10.000 Tiere rechnen. Dieser Verlust ist etwa genau so hoch wie 1988, als in ganz Westeuropa knapp 60 Prozent aller Tiere an dem Staupevirus starben. Der Bestandteil erholte sich überraschend schnell wieder.

Der Meeresbiologe Martin Larsvik erklärte, dass nun für die Wissenschafter "die interessantere Phase" mit der Analyse zahlreicher Gewebsproben zur Ursachenforschung beginne. Unter anderem soll untersucht werden, ob aus Farmen entschlüpfte Nerze das Virus, das für sie selbst ungefährlich ist, auf die Seehunde übertragen haben. (APA/dpa)

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