Zu wenig Rettungskapseln auf der ISS

26. September 2002, 19:08
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Russland schlägt NASA zeitweise "Suspendierung" der Arbeit vor - es fehlt am Geld

Moskau - Russlands Geldnöte gefährden den weiteren Aufbau der internationalen Raumstation ISS. Die Lage der russischen Raumfahrtindustrie sei "schwierig" und es bestehe die Gefahr, dass die Arbeiten an der ISS vorübergehend eingestellt werden müssten, sagte ein Sprecher der russischen Raumfahrtbehörde am Donnerstag. Am Vortag hatte ISS-Projektleiter Waleri Riumin die Lage als "verzweifelt" bezeichnet und der US-Raumfahrtbehörde NASA vorgeschlagen, die ISS vorübergend außer Betrieb zu nehmen.

Nach seinen Angaben kann Russland im kommenden Jahr nur zwei von sechs versprochenen Frachtschiffen zur Versorgung der Station ins All schicken. Außerdem fehle das Geld, eine zweite Sojus-Rettungskapsel für die ISS-Besatzung zu bauen.

Basses Beitrag

Die Finanzprobleme verschärften sich, nachdem der geplante Verkauf eines 20-Millionen-Dollar-Tickets an den N'SYNC-Sänger Lance Bass geplatzt war. Der US-Popstar hatte monatelang für einen Flug im Oktober trainiert, hielt aber die Zahlungsfristen nicht ein und wurde von der Mission ausgeschlossen.

Die Europäische Raumfahrtbehörde ESA will jetzt mit ihrem US-Partner NASA beraten, wie eine weitere Rettungskapsel für die zukünftige Sechs-Mann-Besatzung der ISS beschafft werden kann. Die USA sind vertraglich verpflichtet, eine Rettungskapsel für drei Personen beizusteuern. Wegen Sparmaßnahmen hatte die NASA den Bau der Kapsel aber auf Eis gelegt. Ihre Fertigstellung würde noch fünf Jahre dauern.

Lösungsvorschlag

Die ESA will die USA jetzt dazu bringen, zwei russische Sojus-Kapseln zu kaufen. Mit den bisher vorhandenen Rettungskapseln können nur drei Astronauten evakuiert werden. Für den wissenschaftlichen Betrieb der ISS ist aber eine Mannschaft von sechs Personen vorgesehen. (APA)

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