Lieber Häuptling als Finanzminister

26. September 2002, 19:06
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Haider lässt Kandidatur offen

Klagenfurt - Jörg Haider lässt den neuen FPÖ-Chef Mathias Reichhold warten. Ob er als Schlusslicht auf der Kärntner Landesliste für den Nationalrat kandidieren werde oder nicht, will er noch nicht sagen: "Das hängt nicht von mir ab", meinte er am Donnerstag auf Anfrage des STANDARD. Das entscheide die Partei.

Reichhold hatte sich nach Haiders Ankündigung, als "Häuptling" auf dem letzten Listenplatz kandidieren zu wollen, verärgert gezeigt und dessen Rückzug von der Kandidatur gefordert. Reichhold brauche sich laut Haider aber keine Sorgen zu machen. Er habe nicht vor, sich ein Schlupfloch in Wien aufzumachen. Reichhold müsse das selbst am besten wissen: Habe er, Haider, doch im Zuge der innerparteilichen Turbulenzen ein Angebot von Susanne Riess-Passer und Karl-Heinz Grasser abgelehnt, als Finanzminister nach Wien zu gehen.

Vizekanzlerin Susanne Riess-passer ließ das am Donnerstagnachmittag dementieren: Sie habe Haider wohl angeboten, in die Regierung zu kommen, dabei sei aber nicht das Finanzressort zur Debatte gestanden.

Die Kärntner FPÖ will kommenden Sonntag im Parteivorstand ihre Kandidatenliste beschließen. Zuvor will sich Reichhold mit Haider zu einer persönlichen Aussprache treffen und auch die Kärntner Parteifreunde davon abbringen, Haider auf die Liste zu setzen.

Keine besonders hohe Latte legt sich Reichhold als Wahlziel. "Wir liegen zurzeit bei zehn Prozent. Wenn wir 15 Prozent plus erreichen, wäre ich zufrieden. Das ist mein Wahlziel", sagt Reichhold im Format. (stein/DER STANDARD, Printausgabe, 27.9.2002)

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