US-Zeitungen kritisieren Politisierung von Irak-Debatte

26. September 2002, 18:23
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"New York Times": Abgeordnete haben "legitime Bedenken"

Washington - Im Streit um einen Irak-Angriff haben zwei der wichtigsten US-Zeitungen die Politisierung des Themas durch US-Präsident George W. Bush kritisiert. Die Regierung Bush müsse die "legitimen Bedenken" von Abgeordneten akzeptieren, die "keinen Blankoscheck für einen Kriegsausbruch ausstellen wollen", schrieb der Kommentator der "New York Times" am Donnerstag. Die "Washington Post" forderte eine "ausführliche, vorsichtige und zurückhaltende Debatte" über die Frage, "ob die USA sich in einen Krieg gegen den Irak stürzen sollten". Bush stelle mit seiner Irak-Rhetorik seine Glaubwürdigkeit in Frage, wenn er gleichzeitig versuche, die UNO und die Verbündeten von der Notwendigkeit der Waffeninspektionen zu überzeugen.

Die "New York Times" kritisierte Bushs Vorwurf an die Demokraten, ihnen sei die Sicherheit der US-Bürger gleichgültig. Den Patriotismus von jemandem in Frage zu stellen, sei "ungerecht und letztlich anti-amerikanisch". Auch die Demokraten blieben von Kritik nicht verschont: Die "Washington Post" warf ihnen vor, auf die Schnelle eine Irak-Resolution verabschieden zu wollen, die Bush weit reichende Vollmachten gebe: Sie wollten sich bald wieder dem Wahlkampfthema Wirtschaftspolitik zuwenden. (APA/AFP)

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