Angehörige von Guantanamo-Gefangenen schalten französische Justiz ein

26. September 2002, 17:01
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Kriegsgefangenenstatus für zwei Franzosen reklamiert

Paris - Die Angehörigen von zwei aus Frankreich stammenden Gefangenen im US-Stützpunkt Guantanamo auf Kuba haben die französische Justiz eingeschaltet, um für die Festgehaltenen den Status von Kriegsgefangenen einzufordern. Wie die Anwälte am Donnerstag sagten, will ein Pariser Gericht sich am 18. Oktober mit der Frage befassen. Nizar Sassi und Mourad BenChellali, die aus der Region Lyon stammen, wurden von den USA als mutmaßliche El-Kaida- und Taliban-Kämpfer in das Hochsicherheitslager gebracht.

Das Pariser Gericht solle nun feststellen, dass beide Gefangenen unter dem Schutz der Genfer Konvention stünden, sagten die Anwälte William Bourdon und Jacques Debray. (APA/AFP)

Auf Guantanamo sind knapp 600 Männer untergebracht, die beim Einsatz der Anti-Terror-Koalition in Afghanistan festgenommen wurden. Die USA verweigern ihnen den Status von Kriegsgefangenen und wollen sie vor geheimen Sondergerichten aburteilen. Die USA gerieten wegen der Haftbedingungen und des unklaren Status der Gefangenen auf Kuba international in die Kritik.
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