Deutsche Regierung zog Hochwasser-Schadensbilanz

26. September 2002, 16:38
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Gesamtsumme liegt bei mindestens 22,6 Milliarden Euro

Berlin - Eine erste Schadensbilanz der Bundesregierung hat Wochen nach der Hochwasserkatastrophe das Ausmaß der verheerenden Schäden verdeutlicht. Die Wassermassen haben Verwüstungen in 60 Landkreisen und kreisfreien Städten angerichtet. In mehr als 100 Kommunen seien erhebliche Schäden entstanden, heißt es in der in Berlin veröffentlichten Schadensbilanz der Bundesregierung.

337.000 Menschen betroffen

Mehr als 337.000 Menschen waren vom Hochwasser betroffen, mehr als 100.000 mussten ihre Wohnungen verlassen. Eine vom Bund und drei Software- Firmen kostenlos bereitgestellte Datenbank zur Ermittlung der Hochwasserschäden und Verteilung der Hilfsgelder kam am Donnerstag erstmals in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) zum Einsatz.

Der gesamte Schaden liegt nach vorläufigen Schätzungen der Bundesländer, die am Freitag vergangener Woche veröffentlicht wurden, bei mindestens 22,6 Milliarden Euro. Für den Wiederaufbau an Elbe, Donau und ihren Nebenflüssen stellen Bund, Länder und Gemeinden mit dem Fonds Aufbauhilfe 7,1 Milliarden Euro bereit. Hinzu kommen Soforthilfen des Bundes von rund 500 Millionen. Einschließlich der EU-Mittel stehen damit etwa zehn Milliarden Euro zur Verfügung.

Landwirtschaftlicher Schaden 287 Millionen Euro

Das Hochwasser hat dem Bericht zufolge mindestens 180 Brücken und 740 Kilometer Straßen sowie 94 Eisenbahnbrücken und 400 Kilometer Gleise zerstört oder beschädigt. Mehrere tausend Gewerbebetriebe sind in Mitleidenschaft gezogen worden. In der Landwirtschaft wird nach ersten Überblicken der Gesamtschaden auf 287 Millionen Euro geschätzt. Die größten Schäden haben die Fluten in Sachsen angerichtet.

Die Hilfe in den Hochwassergebieten war laut Bundespresseamt der größte Katastrophenschutzeinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik. Insgesamt seien mehr als 128.000 Helfer aktiv gewesen, darunter mehr als 73.000 Einsatzkräfte des Bundes. Die Katastrophe habe aber auch im gesamten Land eine große Hilfsbereitschaft und Solidarität für die Flutopfer hervorgerufen. (APA/dpa)

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