EU verzichtet weiter auf Strafzölle gegen US-Produkte

26. September 2002, 16:03
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Entspannung im Stahlstreit zeichnet sich ab

Brüssel - Im Stahlstreit zwischen der EU und den USA zeichnet sich eine Entspannung ab. Die EU-Kommission sprach sich dafür aus, die angedrohten Sanktionen gegen US-Produkte vorerst nicht anzuwenden, wie eine Sprecherin von EU-Handelskommissar Pascal Lamy am Donnerstag in Brüssel sagte. "Wir sollten jetzt nicht schießen", sagte Sprecherin Arancha Gonzalez. Ein entsprechendes Vorgehen habe die Kommission den EU-Mitgliedstaaten empfohlen. Entscheiden darüber werden die EU-Außenminister bei einem Treffen am kommenden Montag.

Die USA hatten die Zölle auf Stahlimporte im März bis zu 30 Prozent erhöht, um die angeschlagene heimische Industrie zu schützen. Die EU hat die USA darauf hin bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf verklagt und ihrerseits Strafzölle auf US-Produkte im Volumen von zunächst 350 Mill. Euro angekündigt. Mittlerweile haben die USA aber mehr als 50 Prozent der europäischen Stahlhersteller von den Strafzöllen ausgenommen. Im Juli hatte die EU die Anwendung eigener Strafzölle bereits ein erstes Mal verschoben. (APA)

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