Kampfansage an Kunst

4. Oktober 2002, 16:41
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Kritik an Einstellung der ORF-"Kunst-Stücke" - Kulturschaffende luden zur Pressekonferenz

Anlässlich der letzten Ausstrahlung der "Kunst-Stücke" luden Kulturschaffende - die unter anderem im Juni bereits 12.042 Unterschriften für den Weiterbestand und Ausbau der Sendung gesammelt hatten - am Donnerstag zu einer Pressekonferenz.

Dabei wurde - etwa vom Rektor der Universität für angewandte Kunst, Gerald Bast, oder von den Filmemachern Bady Minck und Virgil Widrich - nochmals beanstandet, dass mit dem Wegfall der "Kunst-Stücke" und der angeschlossenen Redaktion Form und Umfang der zukünftigen Präsentation von zeitgenössischer Kunst oder experimentellem Filmschaffen im ORF-Fernsehen höchst ungewiss seien. Es gebe nun für Kunstschaffende keinen Ansprechpartner mehr auf dem Küniglberg.

Die im Programmauftrag festgehaltene Verpflichtung zur "Vermittlung eines vielfältigen kulturellen Angebots" werde mit Einstellung dieses Programmplatzes für innovative und künstlerische Ausdrucksformen verletzt. Eine entsprechende Beschwerde ist beim Bundeskommunikationssenat anhängig.

"Delegitimierungsprogramm"

"Wenn der ORF niemanden für die Kunst erzieht", so Bast, "braucht er sich nicht wundern, wenn sie niemanden interessiert." Die niedrige Quote der "Kunst-Stücke" sei in diesem Sinne auch als Ergebnis eines "Delegitimierungsprogramms", einer langsamen Demontage der Sendung durch den ORF zu sehen.

Ersatzsendeplatz Sonntagabend

Der ORF verwies schon auf einen ähnlich nachtschlafenden Ersatzsendeplatz Sonntagabend. Auf ein Konzept für einen Relaunch der "Kunst-Stücke" reagierte er nicht. Die Absetzung der Sendung, so Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren), sei "Kampfansage an die Kunst": "Ab sofort ist diese angenommen." (irr/DER STANDARD, Printausgabe, 27.9.2002)

Links

Infos und Dokumentation bisheriger Protestaktivitäten:

amourfou.at/ kunst-stuecke

igbildende.kunst.at

  • Artikelbild
    foto: derstandard.at
  • (Zum Vergrößern)Lisl Ponger und Gerhard Ruiss bei der Pressekonferenz
    foto: ig bildende kunst

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    Lisl Ponger und Gerhard Ruiss bei der Pressekonferenz

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