Innsbrucker Finanzaffäre: U-Haft für Prokuristen verlängert

26. September 2002, 13:20
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Dringender Tatverdacht - "Enthaftungsantrag" eingebracht

Innsbruck - Die Untersuchungshaft für den im Innsbrucker Finanzamtsskandal Mitte August verhafteten Prokuristen einer Steuerberatungskanzlei ist erneut verlängert worden. Die Haftgründe (Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr) seien vorerst weiter aufrecht, teilte ein Sprecher des Landesgerichtes am Donnerstag mit.

"Enthaftungsantrag"

Da der Mann nach wie vor unter dem dringenden Tatverdacht der Abgabenhinterziehung und der Beitragstäterschaft zum Amtsmissbrauch stehe, habe U-Richter Norbert Hofer die Haft bis zum 25. November diesen Jahres verlängert. Allerdings habe der Rechtsvertreter des Prokuristen einen "Enthaftungsantrag" eingebracht. Darüber soll bei einer Haftprüfungsverhandlung am kommenden Dienstag entschieden werden, hieß es beim Landesgericht.

Der Prokurist war früher selbst Finanzbeamter und arbeitete nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst in einer Innsbrucker Steuerberatungskanzlei. Er soll beim Finanzamt Selbstanzeige erstattet haben.

Vorgeschichte

Ausgelöst wurde die Finanzamts-Affäre durch zwei Mitarbeiter, die für den Ex-FC-Tirol-Manager Robert Hochstaffl die Bilanzlegung und anschließende Finanzprüfung durchgeführt haben sollen. Sie saßen bereits seit Mitte Juni in U-Haft. Hochstaffl selbst kam gegen eine Kaution in der Höhe von 250.000 Euro Ende Juni frei.

Insgesamt wurden zwölf Beamte suspendiert bzw. verhaftet. Dabei handelt es sich um elf Betriebsprüfer sowie den Leiter der Betriebsprüfungsabteilung, Arno R. Der Vorwurf lautet, bestimmte Firmen steuerschonend geprüft zu haben. Außerdem sollen bestimmte Beamten "spezielle" Prüfungsfälle übernommen haben. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen rund 60 Zeugen einvernommen. (APA)

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