Meeres-Erinnerungen

15. Februar 2003, 01:12
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Um zwei Frauen und ihre Kindheit im Libanon geht es in Hanan al-Shaykhs Buch "Zwei Frauen am Meer"

Am Rande des italienischen Meeres urlauben zwei sehr unterschiedliche Frauen, sie sind Freundinnen. Das tosende Meer trägt ihre Gedanken immer wieder in ihre Kindheit zurück: ins Beirut der sechziger Jahre. Im Libanon war das Baden und Schwimmen für islamische Mädchen streng verpönt. Die Ängste, die die junge Hoda mit dem Wasser verbindet, kehren zurück. Für die in einer liberalen christlichen Familie aufgewachsenen Yvonne hingegen ist das erfrischende Nass ihre Lebenswelt, erst dort gelingt ihr die Entfaltung ihrer Kräfte. Wie eine Meeresnixe windet sie sich durch dunkle Tiefen und mutig springt sie von jedem Felsen in das (für sie) vertrauensspendende Wasser.

Meer ist Leben

Der Autorin Hanan al-Shaykh gelingt es mit ihrer rhythmischen Sprache das Wogen der Wellen wiederzugeben. Die Geschichte der beiden Frauen treibt wie ein Fluss dahin, dem die LeserIn gebannt folgt. Das soeben (September 2002) erschienene Buch überwindet mit Witz und Charme die vermeintliche Gegensätzlichkeit zwischen Ost und West.

Zur Autorin und zum Verlag

Hanan al-Shaykh wurde 1945 im Südlibanon geboren und wuchs in Beirut auf, wo sie als Journalistin tätig war. 1975 floh sie vor dem Bürgerkrieg nach London, wo sie bis heute lebt. Der mare-Buchverlag verlegt Bücher über das Meer und "ein Meer von Büchern", wie es auf der mare-Verlagsseite heißt. (aus)

Hanan al-Shaykh: Zwei Frauen am Meer, 128 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, ca. € 18,–
  • Artikelbild
    bild: buchcover/mareverlag
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