24 Giacometti-Werke für 8,32 Millionen Euro

29. September 2002, 23:53
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Hitzige Gefechte um begehrte Skulpturen - Giacometti-Vereinigung suchte Versteigerung zu verhindern

Paris - Bei der umstrittenen Giacometti-Auktion in Paris sind 24 Skulpturen für 8,32 Millionen Euro versteigert worden. Ursprünglich sollten bis zu 38 Werke aus dem Nachlass des 1966 gestorbenen schweizerischen Künstlers Alberto Giacometti versteigert werden, um die Kosten aus der juristischen Auseinandersetzung über sein Erbe zu decken. Die lebhafte Nachfrage trieb die Gebote jedoch derart in die Höhe, dass Helene Da Camara, Nachlassverwalterin der Witwe Giacomettis, die Versteigerung am Samstagabend vorzeitig beenden ließ. Das Ziel von sechs Millionen Euro Reinerlös abzüglich der Kosten sei erreicht worden, erklärte sie.

In dem überfüllten Saal des berühmten Auktionshauses Drouot kam es zu hitzigen Gefechten um die begehrten Werke. Am stärksten umworben wurde die 90 Zentimeter hohe Bronzeskulptur "der Käfig", die mit 1,74 Millionen Euro das Doppelte ihres Schätzwertes und den höchsten Preis der Auktion erzielte. Den Zuschlag erhielt der bekannte Schweizer Kunstsammler Ernst Beyeler.

Bruder Diego

Großen Anklang fand auch die Büste, die Giacometti von seinem Bruder Diego schuf. Sie wurde für knapp 1,06 Millionen Euro einschließlich der Auktionsgebühren verkauft. Jeweils 872.000 Euro und damit ebenfalls deutlich mehr als das Doppelte des Schätzwertes erbrachten eine kleine Säulenbüste und die Skulptur "stehende Frau". Zur großen Resonanz sagte Auktionator Francois de Ricqles, "Interessenten aus aller Welt haben für die Skulpturen geboten".

Um den künstlerischen Nachlass Giacomettis tobt ein juristischer Dauerstreit zwischen der Giacometti-Vereinigung und den Brüdern Michel und Claude Am. Die Brüder halten sich für die rechtmäßigen Erben der Sammlung, deren Wert auf mehr als 120 Millionen Euro geschätzt wird. Die Vereinigung, die von der 1993 gestorbenen Witwe Giacomettis ins Leben gerufen wurde, hatte versucht, die Versteigerung durch eine gerichtliche Verfügung zu verhindern, war damit aber am Freitag gescheitert. Die Organisation fürchtet um die Bestände für die geplante Stiftung Giacometti. (APA)

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