Indien: Moslems suchen Zuflucht in Lagern

26. September 2002, 10:42
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Aus Angst vor Racheakten - Radikale Hinduorganisation ruft zu Generalstreik auf

Neu Delhi - Nach einem Blutbad in einem Hindutempel im westindischen Bundesstaat Gujarat haben sich verängstigte Moslems aus Furcht vor möglichen Racheakten in Lager geflüchtet. Eine radikale Hinduorganisation hat zu einem Generalstreik aufgerufen, um gegen den Überfall auf den Tempel am vergangenen Dienstag zu protestieren. Während am Donnerstag viele Läden in Gujarat geschlossen blieben und der öffentliche Verkehr lahm gelegt war, wurde der Aufruf der Vishwa Hindu Parishad (Welthindurat) in anderen Teilen Indiens kaum befolgt.

Die indische Regierung hat nach dem Blutbad 3.000 Truppen nach Gujarat entsandt aus Angst vor einem möglichen erneuten Aufflammen von Gewalt zwischen Hindus und Moslems. Die Behörden verschärften die Sicherheitsvorkehrungen in Gandhinagar. Anfang dieses Jahres hatte ein Überfall auf einen Hindu-Zug zu Unruhen in Gujarat geführt, bei denen mehr als 900 Menschen, meist Moslems, ums Leben kamen.

Bei dem Überfall auf den Tempel in Gandhinagar, der Hauptstadt des Bundesstaates, hatten die beiden Extremisten mehr als 30 Gläubige getötet und fast 100 verletzt. Am Mittwoch hatten Elitetruppen die Besetzung beendet und die beiden Extremisten erschossen. Der indische Innenminister, I.D. Swami, sagte am Donnerstag, nach nach vorläufigen Ermittlungen kämen die beiden Angreifer aus Pakistan. Pakistan hat den Angriff auf den Tempel scharf verurteilt. (APA/dpa)

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