Neue Riefenstahl-Schau zeigt bisher unveröffentlichte Dokumente

27. September 2002, 04:08
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Im Haus der Geschichte in Bonn

Bonn - Eine Ausstellung mit bisher noch nie gezeigten, privaten Dokumenten, Requisiten und Auszeichnungen der umstrittenen Regisseurin Leni Riefenstahl plant das Haus der Geschichte in Bonn. Dabei werde Leben und Werk der heute 100-jährigen Frau vor dem historischen Hintergrund des Dritten Reiches beleuchtet, sagte Projektleiterin Andrea Mork. Die Ausstellung vom 6. Dezember bis 2. März 2003 solle besonders authentisch werden, da Exponate aus dem Privatbesitz der Regisseurin stammen.

Das Filmmuseum Potsdam hatte bereits 1999 eine Schau über die Regisseurin gezeigt. Damals habe vor allem ihr Alterswerk mit Fotografien der Nuba in Afrika eine wichtige Rolle gespielt. Die in Bonn geplante Ausstellung sei jedoch thematisch umfassender, sagte Mork. Sie eigne sich auch als Wanderausstellung.

Die Historikerin betonte, die von Leni Riefenstahl vermittelte Ästhetik der Bilder sei auch eine aktuelle Ästhetik, die in der zeitgenössischen Werbung von Bedeutung" sei. So wolle man in der Ausstellung diese Entwicklung auch zu den Wurzeln zurück verfolgen. Die Präsentation der Exponate solle sachlich und informativ erfolgen. Der Betrachter solle sich anhand von Fakten eine eigene Meinung bilden.

"Wir werden selbstverständlich als politisch orientiertes Museum für Zeitgeschichte den historischen Hintergrund ausleuchten", sagte die 46-jährige Historikerin. Wie immer bleibe man um objektive Darstellung bemüht. Wir werden die Frau jedoch nicht isoliert betrachten." Riefenstahl ist zur Eröffnung der Ausstellung am 5. Dezember in Bonn eingeladen. (APA)

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