Tampon als Verhütungsmittel?

26. September 2002, 09:19
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Münchner Institut für Jugendforschung ortet Defizite bei sexuellen Aufklärung - Mädchen besser aufgeklärt als Burschen

München- Dass da die Geburtenrate nicht steigt? Bei der sexuellen Aufklärung von Jugendlichen gibt es nach Angaben des Münchner Instituts für Jugendforschung (ijf) zum Teil erhebliche Defizite. So gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts fast 20 Prozent der Jugendlichen an, ein Tampon könne ein geeignetes Verhütungsmittel sein. Ebenso meinte mehr als die Hälfte, dass man beim Petting nicht schwanger werden könne.

Auch über die richtige Anwendung der Anti-Baby-Pille wussten acht Prozent nicht Bescheid. Zu ihrer Einnahme gaben drei Prozent "einmal monatlich" an, zwei Prozent sagten "immer kurz vor dem Sex", weitere zwei Prozent "immer kurz nach dem Sex" und ein - vorsichtiges - Prozent meinte "nach jedem Essen". Bei der Umfrage des zur Roland-Berger-Gruppe gehörenden Instituts waren im August insgesamt 536 Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren befragt worden.

Verhütung weiter Frauensache

Generell wissen laut ijf junge Frauen über Sex und Verhütung besser Bescheid als ihre männlichen Altersgenossen. "Auch wenn für Verhütung nach Meinung der Jugendlichen beide Partner gleichermaßen zuständig sein sollten, ist damit Verhütung in der Praxis weiter Frauensache", erklärten die Demoskopen.

Ansprechpartner in Verhütungsfragen ist für 46 Prozent der Jugendlichen die Mutter, für 30 Prozent sind es Freunde oder Freundinnen, nur 15 Prozent gaben hier ihren Arzt oder ihre Ärztin und nur 14 Prozent den Vater an.

Warten auf die große Liebe?

Die gesamte Aufklärung ist der Umfrage zufolge ohnehin vor allem Müttersache: 50 Prozent der Befragten wurden von der Mutter aufgeklärt, 40 Prozent von Lehrern. Väter dagegen spielen bei diesem heiklen Thema nur eine untergeordnete Rolle: Sie führen höchstens "Männergespräche" mit ihren Söhnen, dies aber auch nur bei jedem dritten männlichen Befragten, teilte das Institut mit.

"Das erste Mal" gilt besonders Mädchen immer noch als ganz wichtiges Ereignis. Allerdings will die große Mehrheit der Befragten mit dem Sex nicht bis zur Volljährigkeit warten, geschweige denn bis zur Hochzeit. Auch auf die große Liebe wollen Jugendliche nicht mehr unbedingt warten: Nur ein Drittel findet dies noch angebracht. (APA/dpa)

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