Zahlungsmoral vor Neuwahlen am Sinken

26. September 2002, 10:53
posten

Krankenkassen klagen über administrativen Mehraufwand

Wien - Seit Einführung der Ambulanzgebühr mit 19. April 2001 wurden bis Ende des zweiten Quartals 2002 insgesamt 54,3 Millionen Euro an Vorschreibungen ausgesandt. Gut ein Drittel der Vorschreibungen wurden - zumindest bis Ende des ersten Quartals 2002 - bisher nicht bezahlt, die Abrechnung für die Monate April bis Juni dieses Jahres wird freilich erst im November bekannt. Insgesamt gab es von April des Vorjahres bis Ende Juni 2002 12,86 Millionen Ambulanzbesuche, allerdings waren nur 4,54 Millionen beitragspflichtig, geht aus den jüngsten Zahlen des Hauptverbands hervor.

Im Jahr 2001 wurden 77 Prozent der Vorschreibungen bezahlt. Im ersten Quartal 2002 sank die Bereitschaft zur Begleichung der Ambulanzgebühr auf 65,1 Prozent. Insgesamt wurden bisher 43.900 Bescheidanträge von den Betroffenen angefordert, um damit gegen die Ambulanzgebühr Klage einzubringen. Im Gegenzug wurden allein für das Vorjahr 205.500 sogenannte Jahresmahnbescheide ausgeschickt, gegen die es wiederum 10.600 Einsprüche gab.

Zahlungsmoral sinkt

Die "Zahlungsmoral" dürfte derzeit eher sinken, vor allem, da die Neuwahlen vor der Tür stehen und bei einem Regierungswechsel die Ambulanzgebühr möglicherweise abgeschafft wird. Dazu kommt, dass mit der jüngsten Novelle die Zahl der Befreiungen deutlich erhöht und auch bei bereits gezahlten Gebühren eine Möglichkeit zur Rückerstattung geschaffen wurde. Drittens wollen vermutlich viele Betroffene die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs zur Causa abwarten. (APA/red)

Share if you care.