Rechtsextreme AFP lädt zur Politischen Akademie

26. September 2002, 11:39
6 Postings

Treffen von 18. bis 20. Oktober im oberösterreichischen Offenhausen - DÖW: AFP verstärkt um Jugend bemüht

Wien - Die laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes rechtsextreme Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik (AFP) lädt im Oktober wieder zu einer Politischen Akademie. Das Treffen, das zum 37. Mal stattfindet, ist für den Zeitraum von 18. bis 20. Oktober im oberösterreichischen Offenhausen (Bezirk Wels-Land) angekündigt. Das ist dem Programm zu entnehmen, das der Oktober-Ausgabe des AFP-Blattes "Kommentare zum Zeitgeschehen" beigelegt wurde.

Neben bekannten Österreichern der rechtsextremen Szene hat sich die AFP wie meist Referenten aus Deutschland geholt: So wird Richard M. über die "Asyl- und Ausländerproblematik in der BRD" sprechen. Bei ihm handelt es sich um einen Vertreter des Deutschen Rechtsbüros. Dieses ist nach Eigendefinition auf seiner Homepage "eine Selbsthilfegruppe zur Wahrung der Rechte, insbesondere der Grundrechte, nationaler Deutscher".

Zahlreiche neonazistische und rechtsextreme Organisationen in Deutschland haben auf ihren Homepages Links zum Rechtsbüro gelegt. Erwähnt seien unter anderem das Deutsche Kolleg um NPD-Anwalt Horst Mahler und dessen Mitstreiter Reinhold O., das Bündnis Rechts oder "Die Kommenden", eine im Internet präsente Gruppierung militanter deutscher Neonazis.

Pikante Vorträge illustrer Referenten

Interessant dürfte für den deutschen Verfassungsschutz auch das Referat zum Thema "Ostpreußen - deutsches Land in fremder Hand" werden. Beim Vortragenden handelt es sich mit Alexander K. aus Dresden nämlich laut DÖW um den früheren sächsischen Vorsitzenden der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen. Die Junge Landsmannschaft wurde im Jahr 2000 unter dem Vorwurf der Nähe zum Rechtsextremismus aus dem Mutterverband Landsmannschaft Ostpreußen ausgeschlossen. Im Jahresbericht 2001 des sächsischen Verfassungsschutz wird konstatiert, dass "ein Schulterschluss mit rechtsextremistischen Organisationen erkennbar" sei.

Daneben treten bekannte Österreicher auf: Der Schriftleiter des "Eckart" und Autor der "Deutschen Stimme" sowie von "Zur Zeit", der Wiener Helmut M., spricht über "'Rechtspopulismus' oder was?". Horst Jakob Rosenkranz, Ehemann der niederösterreichischen FP-Klubobfrau Barbara Rosenkranz und Obmann der laut DÖW rechtsextremen "Kritischen Demokraten" sowie Schriftleiter der "Fakten", ist als Referent zum Thema "Hat der Nationalstaat Zukunft?" angekündigt. Der Obmann des Kärntner Heimatdienstes (KHD), Josef Feldner, wird über die "Protestaktion des Kärntner Heimatdienstes gegen Kollektivschuld und Sippenhaftung" sprechen.

Die Politische Akademie der AFP bot schon mehrmals Anlass für Schlagzeilen: So konnte sich der deutsche, im rechtsextremen und neonazistischen Milieu beheimatete Sänger Frank R. vor zwei Jahren gerade noch dem Zugriff der Staatspolizei entziehen. Im Vorjahr befand sich unter den Referenten der hohe NPD-Funktionär Sascha R., der laut dem deutschen Nachrichtenmagazin "Spiegel" regierenden deutschen Politikern 1998 im Fall einer "nationalen Revolution" mit dem Strang gedroht haben soll.

Laut DÖW beschränken sich die Aktivitäten der AFP aber nicht mehr nur auf die Durchführung von Veranstaltungen wie der Politischen Akademie. "Sie versucht auch, in der Jugendarbeit vermehrt tätig zu werden. Als Beispiel ist die AFP-Jugend im oberösterreichischen Marchtrenk mit ihrer Zeitschrift Jugendecho sowie in Wien die Jugendgruppe Hagen anzuführen", sagte ein DÖW-Mitarbeiter. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Demo gegen das "Dichterstein-Treffen" in Offenhausen am 3.5.1997

Share if you care.