Pionierinnen der Informatik-Lehre

26. September 2002, 12:49
posten

Zwölf steirische Frauen sind Österreichs erste Absolventinnen des neuen Lehrberufs InformatikerIn

Steiermark – Mit dem österreichweit ersten Lehrabschluss in Informatik starteten 12 Frauen aus der Süd- und Südweststeiermark Mitte September in ihre berufliche Zukunft. Die ehemals als arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldeten Frauen haben eine zweijährige Ausbildung zur Softwareentwicklerin hinter sich – ein Pilotprojekt der Regionalen Frauenqualifizierung (RFQ) Deutschlandsberg mit dem AMS Steiermark, dem Ausbildungszentrum Styria Soft und Betrieben der Region.
„Das Besondere an der Ausbildung ist, dass die zehn beteiligten EDV-Firmen den Lehrplan aktiv mitgestaltet haben und gleichzeitig Ausbildungsplätze mit Dienstverhältnis oder Praktikumsplätze zur Verfügung stellten“, sagt Susanna Habisch, Geschäftsführerin der RFQ.

Acht der zwölf Absolventinnen sind derzeit fix weiterhin bei den Firmen beschäftigt. Die Kooperation wurde im Frühjahr 2000 nach einer Bedarfserhebung in der IT-Branche der Region gestartet. Der Ansturm war groß: Über 100 Frauen hatten sich für die Ausbildung beworben, für die im November 2000 schließlich der Startschuss fiel. Die Teilnehmerinnen waren zwischen 19 und 31 Jahren und brachten unterschiedlichste Vorbildung mit: Die meisten waren Maturantinnen, andere hatten Handelsschule oder bereits eine Lehre abgeschlossen, wieder andere nur Pflichtschulabschluss.

Theorie und Praxis

Neben theoretischen Kenntnissen der Softwareentwicklung und Programmierung wurden den Frauen hier auch Schlüsselqualifikationen vermittelt; in den Betrieben stand die Mitarbeit an firmeninternen Projekten und die Integration ins Team im Vordergrund. Finanzielle Unterstützung für die Teilnehmerinnen und Betriebe gewährte das AMS Steiermark, die theoretische Ausbildung und das Management übernahmen AMS, Land Steiermark und Europäischer Sozialfonds (ESF). „Unser Ziel war es, Frauen in innovativen Branchen unter Einbindung der Wirtschaft zu fördern“, erklärt Habisch. „Und wir wollten die Ausbildung auf einem Niveau zwischen Lehrberuf und Fachhochschule ansetzen – mit dem Lehrabschluss in Informatik haben wir außerdem etwas in Österreich Neues geschaffen.“

Bedarf gedeckt

Eine Fortsetzung der Ausbildung sei, trotz des Erfolgs, in nächster Zeit aber nicht geplant, denn: Während die EDV-Firmen der Region vor zwei Jahren noch nach qualifizierten Arbeitskräften suchten, ist der Bedarf mittlerweile gedeckt. Unterm Strich fehlen in Österreich jedoch nach wie vor EDV-Fachkräfte: Die LehrgangsbetreuerInnen suchen deshalb nun nach Betrieben mit Bedarf an ausgebildeten Softwareentwicklerinnen oder Interesse an der Ausbildung, um die Kooperationsidee mit der Wirtschaft weiterzutragen. (isa)

Sie suchen Softwareentwicklerinnen oder sind an der Ausbildungsidee interessiert?
Nähere Info und Kontakt:
Regionale
Frauenqualifizierung,
Susanne Habisch,
Tel.: 03462/5140
oder E-Mail
  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.