Medienprozess um Glosse zu "Spargedanken"

25. September 2002, 19:29
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"Vorarlberger Nachrichten" gegen "Der Bludenzer" vor Gericht

David und Goliath, Der Bludenzer und die Vorarlberger Nachrichten, trafen einander am Landesgericht. Das Bludenzer Gratisblatt hat die VN verärgert. Nicht nur, weil die Zeitschrift am regionalen Inseratenmarkt mitnascht und immer wieder die Medienkonzentration in Vorarlberg kritisiert, sondern die VN in "bösartiger Weise" (deren Anwalt) diffamiert habe.

"Ländle-Tausender für alle"

Auslöser der Erregung war eine Glosse, in der sich Wolfgang Pusnik, Lehrer und Hobbyjournalist, ironisch mit einer VN-Aktion auseinander setzte. Im Sommer 2001 hatten die VN gemeinsam mit den Vorarlberger Kraftwerken einen "Ländle-Tausender für alle" versprochen, die sich drei Jahre als Abonnenten und Stromkunden an die beiden Firmen binden. Der Bludenzer machte sich über die Kampagne lustig, die Glosse gipfelte in der Empfehlung "Rechnen Sie mit uns und sparen Sie 8424 Schilling in drei Jahren indem Sie Ihr VN-Abo einfach schriftlich kündigen."

"Sittenwidrig und unlauter"

Was sich VN-Herausgeber Eugen A. Ruß nicht gefallen ließ und auf Unterlassung klagte. "Sittenwidrig und unlauter" seien die Äußerungen. Glossenschreiber Pusnik zu Richter Gerhard Winkler: "Ich habe nur den Spargedanken auf die Spitze getrieben." Das Urteil steht noch aus. (jub/DER STANDARD; Printausgabe, 26.9.2002)

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