Brasilien: Sozialisten wollen Wahlen mit "Beobachter-Heer" überwachen

25. September 2002, 18:48
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Inacio "Lula" da Silvas "Partei der Arbeiter" kommt in Umfragen auf 40 bis 45 Prozent

Brasilia - Die sozialistische "Partei der Arbeiter" (PT) will den Ablauf der Präsidenten-, Parlaments- und Gouverneurs-Wahlen am 6. Oktober in Brasilien mit mindestens 750.000 eigenen Beobachtern kontrollieren. Man wolle mindestens einen eigenen freiwilligen Beobachter in der Nähe jeder einzelnen der insgesamt 355.000 elektronischen Urnen haben, sagte ein Sprecher der oppositionellen Partei, Joaquim Soriano, nach Medienberichten vom Mittwoch in Brasilia. "Beim kleinsten Verdacht eines Wahlbetrugs werden wir sofort juristische Schritte einleiten", sagte er.

Mit guten Sieges-Chancen geht PT-Präsidentschaftskandidat Luiz Inacio Lula da Silva ins Wahlrennen. Der 56-jährige frühere Gewerkschaftsführer, der bei den Wahlen von 1989, 1994 und 1998 unterlag, kam zuletzt in allen Umfragen auf 40 bis 45 Prozent. Der Bewerber der Mitte-Rechts-Regierung, Jose Serra, folgt mit einem Abstand von mehr als 20 Prozentpunkten auf dem zweiten Platz. Wenn kein Kandidat die absolute Mehrheit der Stimmen bekommt, gibt es am 27. Oktober eine Stichwahl zwischen den zwei Erstplatzierten.

Den jüngsten Umfragen zufolge kann die "Partei der Arbeiter" außerdem auf eine Erhöhung der Abgeordnetenzahl sowie der Gouverneursposten hoffen. Zur Zeit regiert die PT in Brasilien nur in fünf von insgesamt 27 Bundesländern. (APA/dpa)

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    Luiz Inacio "Lula" da Silva will mit 750.000 Wahlbeobachtern einen geordneten Ablauf des Urnenganges sicherstellen

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