Proteste vor französischer Botschaft

25. September 2002, 17:40
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Konsulat von Burkina Faso von Demonstranten gestürmt - Heftige Gefechte in Bouake

Abidjan - In Abidjan haben am Mittwoch Hunderte von Menschen vor der französischen Botschaft gegen den Empfang des Oppositionspolitikers Alassane Ouattara protestiert. Aufgebrachte Jugendliche stürmten am Nachmittag nach Berichten lokaler Radiosender das Konsulat von Burkina Faso. Mitglieder der Regierung von Präsident Laurent Gbagbo hatten das Nachbarland beschuldigt, die Meuterer zu unterstützen. In den vergangenen Tagen hatten Sicherheitskräfte zahlreiche Wohnungen von Einwanderern aus Burkina Faso durchsucht und niedergebrannt.

Nachdem Regierungssoldaten kurz nach Ausbruch des Aufruhrs am vergangenen Donnerstag seine Residenz gestürmt und niedergebrannt hatten, war Ouattara in die diplomatische Vertretung der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich geflüchtet. Ouattara erklärte, er sei der geplanten Hinrichtung durch Regierungssoldaten entkommen. Die Demonstranten warfen Paris vor, sich auf Seiten des Oppositionspolitikers zu stellen, der eine starke Anhängerschaft im moslemischen Norden des Landes hat.

Aus Bouake meldeten Augenzeugen unterdessen heftige Gefechte. Menschen, die sich in ihren Häusern verschanzt hatten, hörten Maschinengewehr-Salven und Geschützeinschläge in Teilen der Stadt. Mitarbeiter des Roten Kreuzes berichteten von Toten und Verletzten. In der zweitgrößten Stadt des Landes, rund 100 Kilometer nördlich der Verwaltungshauptstadt Yamoussoukro, befinden sich nach Angaben eines US-Armeesprechers rund 300 amerikanische und 600 französische Staatsbürger. Unter den Eingeschlossenen sind rund 160 Internatsschüler, die meisten von ihnen Kinder amerikanischer Missionare.

Französische Soldaten haben sich am Mittwoch auf die Rettung der US-Schüler vorbereitet. Über das Nachbarland Ghana sind zur Unterstützung auch erste US-Soldaten eingetroffen. Ein UNO-Sondergesandter drängte in Abidjan auf eine friedliche Lösung des Konflikts, in dem nach offiziellen Angaben bisher mindestens 270 Menschen ums Leben gekommen sind.

Ein ursprünglich für Donnerstag geplantes Vermittlungstreffen von acht afrikanischen Staatschefs zur Suche nach einer Lösung des Konflikts wurde verschoben. Das Treffen in Marrakesch (Marokko) könne erst stattfinden, wenn sichergestellt sei, dass auch Präsident Gbagbo daran teilnehmen könne, hieß es zur Begründung. (APA/dpa)

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