Vorerst kein höheres Briefporto

25. September 2002, 17:24
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Preiskommission sieht "Klärungsbedarf" - Post: "Wirtschaftlichkeit gefährdet"

Wien - Die Österreichische Post AG wird ihre Tarife nicht wie geplant per 1. Jänner 2003 "anpassen" können. Die Preiskommission im Verkehrs- und Infrastrukturministerium hat am Mittwoch keine Entscheidung über den bereits seit Sommer vorliegenden Tarifantrag der Post gefällt, weil noch bei einzelnen Fragen "Klärungsbedarf" bestehe. Damit sind Preisveränderungen per 1.1.2003 praktisch nicht mehr möglich. Das Unternehmen sieht in einer Aussendung am Mittwoch durch die Entscheidung seine "Wirtschaftlichkeit gefährdet".

Zu spät

Der Grund: Tarifänderungen im so genannten reservierten Bereich (derzeit bis 350 Gramm, persönlich adressiert) und bei den Universaldiensten müssen drei Monate vor dem Inkrafttreten in der Wiener Zeitung angekündigt werden. Bei einer geplanten Tariferhöhung per Jahresbeginn wäre dies also spätestens Ende September. Die Post hatte diverse Tariferhöhungen, eine Änderung des Tarifschemas und die Verteuerung diverser Zusatzdienste beantragt. Briefe bis 20 Gramm, die freilich 75 Prozent des gesamten Briefvolumens ausmachen, sollten nicht verteuert werden.

Verkehrs- und Infrastrukturminister Mathias Reichhold (F) hatte am Montag erklärt, er werde einer Erhöhung der Posttarife nicht zustimmen und auf die derzeitigen Zustellprobleme durch das neue Briefverteilzentrum hingewiesen. Zuerst müssten "Qualität und Kundenservice" sichergestellt werden, so Reichhold.

"Wirtschaftlichkeit gefährdet"

Die Österreichische Post AG wies diese Argumentation am Mittwoch als "unsachlich" zurück. Die Probleme durch das neue Briefzentrum seien "inzwischen weitgehend bewältigt". Die Post sieht sich nun als "Gegenstand von Wahlkampfauseinandersetzungen" und fürchtet ihre "Wirtschaftlichkeit gefährdet". Man hoffe, "dass der seit Wochen vorliegende Preisantrag nach sachlichen Kriterien geprüft und so schnell wie möglich entschieden wird". (APA)

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