Atomenergiebehörde dementiert Blair-Dossier

25. September 2002, 19:20
15 Postings

Irak konnte aus Afrika kein angereichertes Uran beschaffen - Keine Informationen über Anreicherungsanlagen

Wien - Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) hält es für sehr unwahrscheinlich, dass sich der Irak in Afrika angereichertes Uran in Afrika beschafft haben könnte, das auch für die Herstellung von Nuklearwaffen verwendet werden kann. Dies erklärte IAEO-Sprecherin Melissa Fleming am Mittwoch gegenüber der APA. In einem am Dienstag von der britischen Regierung präsentierten Dossier über die nuklearen Kapazitäten des Irak wird behauptet, dass das Nahost-Land aus Afrika Uran zu erwerben versucht habe.

Das Material, von dem im britischen Bericht die Rede sei, sei mit fast vollkommener Sicherheit natürliches, nicht angereichertes Uran, so die IAEO-Sprecherin. Dieses müsse erst angereichert werden, um für Nuklearwaffen verwendbar zu sein. Man wisse zwar nicht, ob der Irak heute Anreicherungsanlagen besitze, nachdem die UNO-Waffeninspektoren 1998 das Land verlassen mussten, "in den neunziger Jahren waren sie aber noch nicht soweit", sagte Fleming.

Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass aus Südafrika, das während des Apartheidregimes über Atomwaffen verfügt haben soll, spaltbare Materialien ins Ausland gelangt seien, fügte die Sprecherin hinzu. (APA)

Share if you care.