Zahl der UMTS-Anbieter in Deutschland schrumpft

25. September 2002, 16:01
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Interesse in Frankreich bereits abgeebbt - Beide Länder starten erst 2003

In Deutschland ist mittlerweile nicht nur die Telefonica-Tochter Quam vom Markt verschwunden, sondern auch die MobilCom. Für diese zwei Neulinge ist der Einstieg ins UMTS-Geschäft damit bereits zu Ende, bevor es überhaupt begonnen hat - eine bittere Pille für die beiden: Mehr als 16 Mrd. Euro hatten sie zusammen für die UMTS-Lizenzen auf den Tisch geblättert. Experten hatten Quam und MobilCom ohnehin keine großen Erfolgschancen eingeräumt. Damit bleiben mit T-Mobile, Vodafone/D2 sowie E-Plus und 02 (VIAG Interkom) nur noch vier Mobilfunkbetreiber aktiv.

Alleine oder gemeinsam?

Auch mit vier Anbietern halten Experten den Ausleseprozess im deutlichen Mobilfunksektor aber noch keineswegs für abgeschlossenen. Während die Marktführer T-Mobile und Vodafone alleine als stark genug gelten, könnten sich die Düsseldorfer E-Plus und die Münchner O2 in einem Gemeinschaftsunternehmen verbünden.

Auch die Großen mit Problemen

Und selbst die großen Zwei stehen auf wackligen Beinen: T-Mobile als Tochter der Deutschen Telekom mit einem Schuldenberg von 65 Mrd. Euro im Rücken wird bis Ende des Jahres zuerst in 20 deutschen Großstädten im Test starten. Der Marktstart sei Mitte 2003 geplant, hieß es am Mittwoch aus der Pressestelle zur APA. Auch Vodafone hat seinen UMTS-Start in Deutschland vergangenen Monat auf 2003 verschoben.

Interesse abgeebbt

In Frankreich ist das Interesse für die Mobilfunklizenzen der dritten Generation UMTS nach einem anfänglich harten Wettbewerbsstreit noch vor der Lizenz-Vergabe deutlich abgeebbt. Die Regierung sah die Vergabe von vier Lizenzen vor, bis zum Ablauf der Frist am vergangenen 16. Mai meldeten sich allerdings nur drei Interessenten. Statt der anfänglich von der Pariser Regierung festgelegten 4,9 Mrd. Euro kostet nunmehr eine UMTS-Lizenz in Frankreich nur noch 619 Mill. Euro.

Drei Anbieter

Neben den Marktführern France Telecom (Orange) und Vivendi Universal (SFR) ging im letzten Moment auch der Handy-Netzbetreiber Bouygues Telecom ins Rennen. Über die Zulässigkeit der dritten Bewerbung wird die französische Regulierungsbehörde ART binnen Monatsende entscheiden. Der Marktstart für die ersten UMTS-Lizenzen ist frühestens im zweiten Halbjahr 2003 zu erwarten.

Unternehmen stark belastet

Die milliardenschweren Ausgaben für Lizenzen und Netzaufbau haben die französischen Telekommunikationsbetriebe stark belastet, insbesondere den Marktführer France Telecom, der im ersten Halbjahr einen Verlust von 12,2 Mrd. Euro hinnehmen musste. Der Schuldenberg belief sich Ende Juni auf 69,7 Mrd. Euro. Allerdings dementierte die Betriebsleitung Gerüchte, wonach ein Verkauf der Mobilfunkfiliale Orange, die zu 85 Prozent France Telecom gehört, anstehe. Reduziert werden nach Angaben von Finanzchef Jean-Louis Vinciguerra dagegen die UMTS-Investitionen in Frankreich. Sie wurden für das laufende Jahr mit 8 bis 9 Mrd. Euro beziffert.(APA)

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