RZB: Bei kurzem Irak-Krieg nur kurzfristige Ölpreisspitzen

25. September 2002, 14:58
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Derzeit spekulative "Kriegsprämie" von drei bis vier Dollar pro Fass

Wien - Mit nur kurzfristigen Preisspitzen im Ölpreis rechnet RZB-Chefanalyst Peter Brezinschek für den Fall, dass ein möglicher Militärschlag auf den Irak begrenzt bleibt, von relativ kurzer Dauer ist und die OPEC irakische Förderausfälle kompensiert. Zurzeit "flirtet" der Ölpreis mit der Marke von 30 Dollar.

"Blickt man in die Vergangenheit und nimmt den ersten Golfkrieg als Vergleichsszenario, so müsste sich der Ölpreis in den nächsten Monaten in einer Bandbreite von 25 bis 40 Dollar bewegen", meint Brezinschek. Damals sei es bereits vor Kriegsbeginn zu starken Preisrückgängen gekommen. Ein nachhaltig hoher Ölpreis wäre in dem Fall nicht gerechtfertigt.

Nicht-OPEC-Länder steigern Fördermengen

Die Gründe dafür sieht der Experte darin, dass sich zum einen die spekulative "Kriegsprämie" von derzeit 3 bis 4 Dollar je Fass allmählich abbauen sollte und zum anderen die Ölproduzenten bei steigenden Preisen tendenziell mehr fördern (schon seit mehreren Monaten übertreffe die OPEC ihre festgelegten Quoten - etwa im August um 1,7 Millionen Fass pro Tag).

Zudem steigerten die Nicht-OPEC-Länder - vor allem Russland - ihre Fördermengen laufend. Dazu kommt, dass die globale Konjunktur weiterhin auf schwachen Beinen stehe, weshalb die Nachfrage trotz des anstehenden Winters nicht massiv anziehen dürfte, wie Brezinschek in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Deutlichere und längerfristige Ölpreissteigerungen prognostiziert der RZB-Analyst für den Fall eines länger andauernden Irak-Krieges, der noch dazu auch andere Nahostländer hineinziehen und zugleich bewirken würde, dass arabische Förderer mögliche Ausfälle nicht kompensieren. Das Ausmaß dieser Preisanstiege sei jedoch schwer zu bestimmen, da viele Annahmen in die Prognose einfließen müssten.(APA)

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