Wienerwald-Ausgleich hat gute Chancen

25. September 2002, 13:18
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Gläubiger verlangen "adäquate Teilbarquote"

Wien - Die traditionsreiche Wiener Hendl-Kette Wienerwald hat gute Chancen, den Ausgleich zu schaffen. Die Gläubiger, denen die 40-prozentige Mindestquote angeboten wurde, werden am kommenden Freitag über die Annahme den Ausgleichs abstimmen.

Voraussetzung für ein positives Ergebnis ist ein modifiziertes Angebot, das eine "adäquate Teilbarquote" vorsieht, heißt es dazu im Kreditschutzverband von 1870 (KSV). In einer ersten Tranche würden dann die 361 Gläubiger einen Teil ihrer Forderungen bis Jahresende erhalten. Wienerwald betreibt in Österreich 23 Filialen mit 425 Mitarbeitern und gehört der deutschen DÖ Beteiligungs GmbH. Das Unternehmen hat bereits im Vorjahr wesentliche Restrukturierungsmaßnahmen gesetzt. So wurden fünf Verlustbetriebe geschlossen, die Hauptverwaltung wurde verkleinert und die Hotelbetriebe ausgegliedert.

Grundstücksverkauf

Wienerwald will den Ausgleich vor allem durch den Verkauf eines unbelasteten Grundstücks in Landeck (Tirol) finanzieren. Der Wert wird auf rund 20 Mill. Euro geschätzt.

Die 1952 von Friedrich Jahr gegründete Wienerwald-Kette musste heuer am 24. Juli den Ausgleich anmelden. Passiva von 6,4 Mill. Euro standen bei Verfahrenseröffnung Aktiva von 6,9 Mill. Euro gegenüber. Wienerwald betrieb in seinen besten Zeiten 1.500 Lokale. Schon 1982 musste die Hendl-Kette erstmals Ausgleich anmelden. (APA)

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