Metallerverhandlungen gehen in die erste Runde

25. September 2002, 11:39
posten

Forderungsübergabe am Freitag - Schwierige Verhandlungen erwartet

Wien - Am kommenden Freitag gehen die Lohn- und Gehaltsverhandlungen für 210.000 Beschäftigte in der Metallindustrie und fast 46.000 Industrieangestellte in die erste Runde. Die Gewerkschaft wird den Arbeitgebern um 14.00 Uhr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ihr Forderungspaket ohne konkrete Angaben zu prozentuellen Erhöhungen übergeben. Verhandelt wird dann am 9. und am 18. Oktober. Auf Grund der unsicheren Wirtschaftsdaten rechnen die Soziapartner heuer mit besonders schwierigen Verhandlungen.

Im Anschluss an die Forderungsübergabe finden traditionell Wirtschaftsgespräche statt, bei denen aktuelle konjunkturelle Lage erörtert wird. Die Wirtschaftsforscher (Wifo/IHS) werden am selben Tag ihre aktuelle Prognose präsentieren. Es ist davon auszugehen, dass die Juni-Prognosen kräftig nach unten revidiert werden. Auf Grund der unsicheren Prognosen will sich die Gewerkschaft bei den heurigen Verhandlungen stark an den Rückmeldungen aus den Unternehmen orientieren. Eine Öffnungsklausel, die auch ein individuelles Verteilen in den Unternehmen ermöglicht, dürfte heuer auf Grund des engen Verhandlungsspielraums nicht im Gespräch sein.

Auf Arbeitnehmerseite werden die Verhandlungen von Metaller-Boss Rudolf Nürnberger und für die Industrieangestellten von Karl Proyer geführt. Für die Arbeitgeber verhandelt Hermann Haslauer. Der Bereich Elektroindustrie, der im Vorjahr erstmals aus dem KV-Verband ausgeschert ist, wird auch heuer eigene Verhandlungen führen.

Im Vorjahr einigten sich die Sozialpartner auf eine Erhöhung der Ist-Löhne um 2,9 Prozent oder um mindestens 43,6 Euro, die Tarif- oder Mindestlöhne wurden um 3 Prozent angehoben. Das Ergebnis der Metaller- und Industrielohnrunde hat traditionell Signalwirkung für alle folgenden KV-Runden. (APA)

Share if you care.