Mehr Minderheiten und Frauen an amerikanischen Unis

3. Oktober 2002, 13:11
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"Gender-Gap" ist bei den Afro-AmerikanerInnen am Größten

Washington - Auf den amerikanischen Colleges und Universitäten studieren immer mehr Angehörige von Minderheiten. Von 1990 bis 2000 stiegen die Inskriptionsraten bei allen ethnischen Minderheiten um zweistellige Werte. Bei den Studienabschlüssen bleiben Afro-AmerikanerInnen, IndianerInnen und AmerikanerInnen lateinamerikanischer Herkunft hinter weißen AmerikanerInnen und AmerikanerInnn asiatischer Herkunft zurück. Das hat eine von der "New York Times" veröffentlichte Untersuchung des American Council on Education ergeben.

Starke Zuwächse in den letzten zehn Jahren

Im Jahr 1990 studierten nur 2,7 Millionen Angehörige von Minderheiten in höheren Bildungseinrichtungen, 1999 waren es bereits vier Millionen. Die stärksten Zuwächse wurden bei AmerikanerInnen lateinamerikanischer Herkunft (plus 68 Prozent) und asiatischer Herkunft (plus 59 Prozent) erzielt.

"Gender-Gap" bei AfroamerikanerInnen am Größten

Besonders auffällig ist die unterschiedliche Inskriptionsrate bei jungen Männern und Frauen in der Gruppe der Afro-AmerikanerInnen: Der "gender-gap", die Differenz zwischen männlichen und weiblichen StudentInnen, hat sich bei ihnen von 1999 auf 2000 innerhalb nur eines Jahres von einem auf zehn Prozent erhöht. Demnach besuchten 2000 von allen Afro-Amerikanerinnen unter 25 Jahren 43,9 Prozent ein College, bei den Männern dieser Altersgruppe waren es nur 33,8 Prozent. Allerdings studieren auch bei Weißen und Latinos mehr junge Frauen als Männer.

Einen Collegeabschluss innerhalb von sechs Jahren nach Inskription können 66 Prozent aller Studentinnen und Studenten asiatischer Herkunft vorweisen. An zweiter Stelle liegen ihre weißen Kollegen mit 59 Prozent. Geringere Erfolgsraten am College erzielen StudentInnen lateinamerikanischer Herkunft mit 46 Prozent, Afro-AmerikanerInnen und IndianerInnen mit jeweils 38 Prozent.

Schlechtere Vorbereitung in der Mittelstufe

Der US-Bildungsrat sieht die Ursache dafür in schlechterer Vorbereitung in der Mittelstufe auf die Herausforderungen an Universitäten und Colleges. William B. Harvey, Leiter des Büros für Minderheiten, fordert eine "nationale Anstrengung", um die Erfolge der Minderheitsangehörigen in der höheren Bildung zu verbessern. "Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, mehr für die Kinder aus benachteiligten Gruppen zu tun. Wir sind auch dazu verpflichtet", meinte er. (APA)

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