Stage Holding erhält Berliner Theater des Westens

25. September 2002, 10:28
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Musicalbühne ohne Subventionen - Metropol-Theater wieder städtisch

Berlin - Die Stage Holding ("Der König der Löwen") hat sich nach dem Musical-Theater am Potsdamer Platz jetzt auch das traditionsreiche Berliner Theater des Westens gesichert. Der Berliner Senat beschloss erwartungsgemäß am Dienstag im zweiten Anlauf den Verkauf seiner Geschäftsanteile an den holländischen Musical-Konzern, der am Potsdamer Platz im Oktober das Musical "Cats" startet. Dort hatte zuvor die in Insolvenz gegangene Stella-Gesellschaft den "Glöckner von Notre Dame" gezeigt.

Der Privatisierung des Theaters des Westens zum 1. Januar 2003 muss noch das Abgeordnetenhaus zustimmen. Die Stage Holding muss die Musicalbühne ohne öffentliche Zuschüsse betreiben und die 104 Arbeitsplätze erhalten. Gleichzeitig gibt sie das von ihr zuvor erworbene Metropol-Theater wieder an das Land Berlin zurück, teilte das Landespresseamt mit. Der Musicalkonzern hatte zuvor einen zu hohen Sanierungsbedarf bei dem Operetten- und Musicalhaus geltend gemacht.

Eigentum des Landes Berlin

Das Gebäude des Theater des Westens bleibt im Eigentum des Landes Berlin. Die bisher aus öffentlichen Mitteln gewährten Betriebszuschüsse in Höhe von zehn Millionen Euro werden nicht mehr gezahlt.

Der Geschäftsführer der Stage Holding (Hamburg), Maik Klokow, sagte am Dienstag, die Theaterstadt Berlin werde für seine Firma immer wichtiger. Das Theater des Westens sei eine "Perle unter den deutschen Musik-Theatern". Die Stage Holding werde das Theater "mit neuer Lebenskraft ausstatten". Bereits jetzt werde mit Hochdruck an einem Spielplan für 2003 gearbeitet.

Im Dezember will die Stage Holding mit dem Pankow Park einen weiteren Berliner Spielort eröffnen. Dort hat am 11. Dezember das Projekt "De la Guarda" Premiere. In Deutschland betreibt das Theaterunternehmen neben den Hamburger Spielstätten mit dem Disney- Musical "Der König der Löwen" und den geplanten Projekten "Mamma mia!" (Premiere am 3. November) im Operettenhaus und "Titanic" (8. Dezember) in der Neuen Flora auch Häuser in Stuttgart ("Tanz der Vampire") und Essen mit "Elisabeth". (APA/dpa)

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