Rennen um bulgarische Telekom

25. September 2002, 19:31
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Advent International bietet 200 Millionen Euro - Neben CyberTron-Investor auch türkisches Konsortium dabei

Sofia/Wien - Bulgarien will die Mehrheit am staatlichen Telekomkonzern BTK abgeben. Eine Ausschreibung für 65 Prozent an der BTK ist bereits im Laufen. Im Rennen sind neben einem türkischen Konsortium von Türk Telekom und Koc Holding auch die in Wien eingetragene Viva Ventures, eine Tochter der amerikanischen US-Investmentgesellschaft Advent International (Boston), die laut Homepage unter anderem auch an der insolventen Wiener CyberTron beteiligt ist.

Derzeit liegt die Viva Ventures mit ihrem Angebot deutlich voran. Laut Angaben der staatliche Privatisierungsagentur bietet die Wiener Holdinggesellschaft 200 Mill. Euro, das türkische Joint-Venture hingegen 180 Mill. Euro an. Die Angebote sollen nun aber noch nach einem Punktesystem mit den Kriterien Preis, Investitionen und Beschäftigungspolitik ausgewertet werden.

Österreich greift nach Bulgarien

Der Verkauf der Telekom gehört zu den größten Privatisierungsvorhaben der bulgarischen Regierung von Simeon Sakskoburggotski. Sollte die Viva Ventures den Zuschlag erhalten, wäre dies bereits die zweite große Beteiligung eines österreichischen Unternehmens an einem ehemals staatlichen bulgarischen Unternehmen. In diesem Jahr wurden bereits die viertgrößte Bank des Landes, Biochim, an die österreichische Bank Austria verkauft.

Auch im Rennen um die zur Privatisierung ausgeschriebene Bulgartabak läuft ein Konsortium unter österreichischer Führung mit. Anfang Oktober soll die Entscheidung fallen, ob das von der bulgarischen Regierung favorisierte bulgarisch-niederländische Bieterkonsortium Tobacco Capital Partners/Clar Innis aus dem Verfahren ausscheidet und ob es zu Nachverhandlungen kommt. In beiden Fällen könnte eine internationale Bietergemeinschaft um den früheren Austria Tabak-Chef Josef "Beppo" Mauhart und die Raiffeisen Investment AG (RIAG) zum Zug kommen.

Die Privatisierung der BTK war bereits vor zwei Jahren in Angriff genommen worden. Damals war sie aber kurz vor Vertragsunterzeichnung mit dem niederländisch-griechischen Konsortium KPN-OTE aus unklaren Gründen gescheitert. KPN-OTE hatte für 65 Prozent von BTK einschließlich einer GSM-Lizenz 650 Mill. US-Dollar (661 Mill. Euro) geboten.(APA)

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