UNO unter Zugzwang

25. September 2002, 12:32
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Reproduktives Klonen von Menschen soll binnen zwei Jahren international verboten werden

New York - Ein internationales Verbot des menschlichen Klonens zur Fortpflanzung könnte nach Einschätzung von UN-DiplomatInnen binnen zwei Jahren in Kraft treten. Dieser Zeitplan sei aber "optimistisch", hieß es am Dienstag in New York am Rande von Beratungen einer Arbeitsgruppe, die eine entsprechende Konvention vorbereiten soll. Die UN-Generalversammlung hatte den Beirat im vergangenen Dezember eingesetzt. Seine Mitglieder aus mehreren Ländern nahmen am Montag ihre auf eine Woche angesetzten Beratungen auf. Vor allem Deutschland und Frankreich hatten bei der UNO auf ein Verbot von reproduktivem Klonen gedrungen.

Der "Wettlauf unverantwortlicher Wissenschaftler, die bereits am Klonen menschlicher Embryonen arbeiten", setzte die internationale Gemeinschaft unter Handlungsdruck, hieß es in einem deutsch-französischen Memorandum. Deshalb müsse schnell und effizient auf diese Herausforderung reagiert werden. Sollten die Vorarbeiten wie geplant bis zum Ende der Woche abgeschlossen werden, dann könnten die Eckpunkte einer Konvention gegen das Klonen bereits Ende des Jahres der Generalversammlung vorgelegt werden, sagte ein deutscher Diplomat. Im Laufe des kommenden Jahres könne der Text formuliert und von der UNO verabschiedet werden. Wenn das Dokument dann schnell international ratifiziert werde, könne das Verbot bereits Ende 2004 in Kraft treten. (APA)

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    Klon-Verfahren bei Tieren
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