US-Bundesrichter bezeichnet Todesstrafe als verfassungwidrig

25. September 2002, 06:51
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"Rechte der Angeklagten nicht angemessen geschützt"

Montpelier - Zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten hat ein amerikanischer Bundesrichter die Todesstrafe für verfassungswidrig erklärt. Richter William Sessions erklärte am Dienstag im US-Staat Vermont, das Gesetz schütze die Rechte der Angeklagten nicht angemessen.

Im Juli hatte Richter Jed Rakoff aus New York als erster Bundesrichter das Bundesgesetz zur Todesstrafe aus dem Jahr 1994 als nicht verfassungsgemäß bezeichnet. Er hatte auf Fälle verwiesen, in denen Unschuldige hingerichtet worden seien. Die Regierung hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Die Entscheidung vom Dienstag fiel im Verfahren gegen einen 22-jährigen Mann, dem wegen der Entführung und Ermordung einer Frau im Jahr 2000 die Todesstrafe droht. Das Urteil hat keine Auswirkungen auf die 38 US-Staaten, in denen die Todesstrafe zugelassen ist. (APA/AP)

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