Ambulanzgebühr: Krankenkassen beklagen administrativen Mehraufwand

24. September 2002, 21:02
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OÖGKK-Obmann Oberchristl: "Dummheit zum Quadrat"

Wien - Die am vergangenen Donnerstag beschlossene Reform der Ambulanzgebühren sorgt bei den Krankenkassen für helle Aufregung. Befürchtet wird, dass der gesamte Kassenapparat durch den administrativen Mehraufwand lahm gelegt wird. Zehntausende Fälle müssen neu geprüft werden.

Für den Obmann der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse, Helmut Oberchristl, ist die Reform "Dummheit zum Quadrat". Der Salzburger GKK-Direktor Harald Seiss sieht in den Salzburger Nachrichten "die Grenze der Administrierbarkeit" erreicht. Die Salzburger Gesundheitslandesrätin Gabriele Burgstaller (SPÖ) hat "als Juristin noch nie so einen Gesetzespfusch gesehen".

Ab 1. Oktober sind alle Patienten von der Gebühr befreit, die zum Zeitpunkt ihres Ambulanzbesuches in ihrer Nähe keinen niedergelassenen Facharzt erreichen konnten. Diese Bestimmung gilt auch rückwirkend für alle "anhängigen Fälle" - und das sind mit Stand August knapp 44.000. Wer die Gebühr bereits entrichtet hat, kann nach der neuen Regelung Rückerstattung fordern.

Unter der Annahme, dass etwa die Hälfte der bisherigen Gebührenzahler ihr Geld nun zurückverlangen, würden die Verwaltungskosten alle bisherigen Gebühreneinnahmen übersteigen, hat die Salzburger GKK errechnet. (APA)

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