USA wollen Auslieferung von kolumbianischem Paramilitärführer

25. September 2002, 07:34
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Carlos Castano wird verdächtigt, am Drogenhandel beteiligt zu sein

Washington - Die Vereinigten Staaten wollen die Auslieferung eines prominenten Anführers der rechtsgerichteten paramilitärischen Einheiten Kolumbiens (AUC) wegen Drogenschmuggels beantragen. Wie Justizminister John Ashcroft am Dienstag in Washington mitteilte, wird Carlos Castano beschuldigt, in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 17 Tonnen Kokain in die USA und nach Europa geschmuggelt zu haben. Über den derzeitigen Aufenthalt des Mannes gab es unterdessen widersprüchliche Angaben.

Aus Bogota war zunächst verlautet, Castano befinde sich auf dem Weg in die Vereinigten Staaten. Später hieß es von Seiten seines Sprechers, er halte sich weiterhin in Kolumbien auf und konferiere gerade mit seinen Kommandanten. Castano hat den Kampf seiner paramilitärischen Gruppe gegen die linksgerichteten Guerilleros in der Vergangenheit hauptsächlich mit Drogengeschäften finanziert. In letzter Zeit hat er jedoch versucht, sich vom Rauschgifthandel zu distanzieren. Vor Journalisten erklärte er unlängst, er würde sich den Vereinigten Staaten stellen, falls diese seine Auslieferung wünschten.

Sollte er dies nicht tun, stellt sich Beobachtern zufolge die Frage, ob die kolumbianischen Behörden bereit sind, sich intensiv um seine Festnahme und Auslieferung zu bemühen. Bürgerrechtsgruppen haben wiederholt den Vorwurf erhoben, dass die Armee und die Polizei im Kampf gegen die Guerilla mit den berüchtigten paramilitärischen Gruppen zusammenarbeiteten und deren Menschenrechtsverletzungen zumindest stillschweigend duldeten. (APA/AP)

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