Fluss-Vergiftung in Rumänien

24. September 2002, 18:40
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Fischpopulation im Somes über Jahre hinaus geschädigt

Dej/Klausenburg/Wien - Die Fischpopulation im rumänischen Somes-Fluss braucht nach dem Industrieunfall in der Provinz Klausenburg bis zu vier Jahre, um sich wieder zu erholen, erklärt Greenpeace in einer Aussendung. Der Giftcocktail floss gestern durch die Provinzen Klausenburg, Maramures und Satu Mare. Auf einer Strecke von mindestens 50 Kilometern wurde der Fluss vergiftet. Über eine Tonne toter Fische wurde gesammelt. Netze sollen das Weitertreiben der verwesenden Fische verhindern.

Der Somes mündet in Ungarn in die Theiss. Wegen starker Regenfälle in Rumänien hoffen laut Greenpeace die ungarischen Behörden, dass das Gift stark verdünnt wurde und die Gefahr geringer geworden ist. In Rumänien wurde einstweilen davor gewarnt, Fische aus dem Somes zu essen.

Das Umweltinspektorat in Rumänien erwartet spätestens bis Mittwoch die Ergebnisse der Analysen. Laut den Umweltschützern wird die "Somes-Dej"-Papierfabrik, die zu 75 Prozent der österreichischen Hovis-Gruppe gehört, hinter dem Unfall vermutet.

Im vergangenen Juli hatte Greenpeace gegen die Chlorbleiche der "Somes Dej"-Papierfabrik protestiert. Im Nordwesten Rumäniens befinden sich noch viele industrielle "Hotspots", die zur Gewässerverschmutzung beitragen. Insbesondere Bergbau, Chemie- und Papierindustrie gelten als Umweltsünder, hieß es. (APA)

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